Veröffentlicht am 14. April 2026

3,9 Millionen Euro werden ins LK Waidhofen investiert

Die Augenheilkunde wird ausgebaut. Durch verbesserte Rahmenbedingungen wird eine Ausweitung der operativen Tätigkeiten von 1.700 auf zukünftig 2.500 Eingriffen pro Jahr gesteigert werden

V. l.: Ärztlicher Direktor Stefan Leidl, Kaufmännische Direktorin Jacqueline Kreismayr, GF der Gesundheitsregion Mostviertel Martin Kaiser, NÖ LGA Vorständin Elisabeth Bräutigam, LR Anton Kasser, Bgm. Werner Krammer, Pflegedirektorin Doris Fahrnberger-Schober und LAbg. Mario Wührer © Leo L.

Großer Bahnhof am Montag in der Früh im Landesklinikum (LK) Waidhofen. Der für die Krankenanstalten zuständige Landesrat Anton Kasser, die Vorständin der NÖ Landesgesundheitsagentur Elisabeth Bräutigam, der Geschäftsführer der Gesundheitsregion Mostviertel Martin Kaiser, Bürgermeister Werner Krammer und Landtagsabgeordneter Mario Wührer waren zum Schulterschluss angereist, um darzustellen, dass es sich bei den Änderungen am Klinikstandort Waidhofen um eine gezielte Weiterentwicklung und nicht um eine „Abwärtsspirale in der medizinischen Versorgung“ handle, wie von Teilen der Bevölkerung und der Aktion „Herzalarm“ befürchtet.

„Der Klinikstandort Waid­hofen wird gezielt ausgebaut und zukunftsfit aufgestellt“, sagte Kasser. Im Mittelpunkt stehen neue medizinische Schwerpunkte, moderne Infrastruktur sowie eine noch engere Zusammenarbeit mit dem Landesklinikum Amstetten in einem Verband. „Mit einer neuen Akutgeriatrie und Remobilisation sowie dem Ausbau der Augenheilkunde setzen wir einen wichtigen Schritt für einen modernen und zukunftsfähigen Klinikstandort in Waidhofen. Insgesamt werden rund 3,9 Millionen Euro inves­tiert“, so Kasser, der zudem betonte, dass die Erstversorgung weiterhin gesichert bleibt.

Akutgeriatrie und Remobilisation

Ab 2027 wird ein neuer Schwerpunkt für Akutgeriatrie und Remobilisation etabliert. Dieser Bereich gewinnt angesichts der demografischen Entwicklung stark an Bedeutung und ermöglicht älteren Patientinnen und Patienten eine bestmögliche Rückkehr in ein selbstbestimmtes Leben. Das neue Angebot ergänzt die internistische Grundversorgung in Waidhofen und stellt sicher, dass auch weiterhin eine wohnortnahe Versorgung für ältere Menschen angeboten werden kann. Die Kombination aus Landesklinikum und Pflegezentrum hat dabei eine Vorbildfunktion für ganz Österreich.

Im Gespräch (v. l.): Bgm. Werner Krammer, Ärztlicher Direktor Stefan Leidl und LR Anton Kasser      © Leo L.

Augenheilkunde wird stark ausgebaut

Zusätzlich wird die Augenheilkunde stark ausgebaut. Die Abteilung versorgt nicht nur den südwestlichen Raum Niederösterreichs, sondern wird auch aus angrenzenden Bundesländern stark nachgefragt. Eine Vergrößerung der Räumlichkeiten mit Eingriffsraum, einer angesiedelten Bettenstation und einer neu errichteten perioperativen Behandlungseinheit (POBE) für Vor- und Nachbehandlung werden nach dem Umbau verfügbar sein. „Durch die verbesserten infrastrukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen wird eine Ausweitung der operativen Tätigkeiten ermöglicht – so ist mit einer Steigerung von derzeit etwa 1.700 bis auf zukünftig 2.500 Eingriffen pro Jahr zu rechnen“, erklärt die Vorständin der NÖ Landesgesundheitsagentur Elisabeth Bräutigam.

Klinikverband Amstetten-Waidhofen

Zudem werden die Landeskliniken Amstetten und Waidhofen künftig noch enger im Klinikenverband zusammenarbeiten. Ziel ist es, die einzelnen Klinikstandorte zu stärken, medizinische Schwerpunkte sinnvoll zu bündeln und das Angebot für die Menschen in der Region auszubauen. Im Rahmen des geplanten Klinikenverbandes wird die kardiologische Schwerpunktversorgung – einschließlich des Herzkatheters – vom Landesklinikum Waidhofen ins Landesklinikum Amstetten wandern und dort gebündelt. Damit kann am Standort Amstetten ein hochspezialisiertes Team kardiologische Schwerpunktleistungen mit modernster Diagnostik und intensivmedizinischer Ausstattung anbieten und eine Versorgung rund um die Uhr gewährleisten werden.

„Die Patientenzahlen in der Kardiologie steigen, die Krankheitsbilder werden komplexer und multimorbide Verläufe nehmen zu. Das Landesklinikum Amstetten ist ein regionales Schwerpunktkrankenhaus und verfügt über jene interdisziplinären Strukturen, die für moderne Herz-Kreislauf-Medizin erforderlich sind. Dieses Setting folgt der abgestuften Versorgungskaskade: Häufige, weniger komplexe internistische Leistungen bleiben wohnortnah, komplexe Diagnostik und Therapie werden an spezialisierten Standorten gebündelt“, unterstreicht der Geschäftsführer der Gesundheitsregion Mostviertel Martin Kaiser.

Onkologische Versorgung in Kooperation mit Amstetten

Auch die onkologische Versorgung in Waidhofen wird weiterhin in Kooperation mit Amstetten, wo sich das Zentrum der Onkologie im Mostviertel befindet, angeboten. Diagnostik, Abklärung und operative Eingriffe finden weiterhin im Klinikum Waidhofen statt. Es soll nach Pensionierung des Oberarztes für Onkologie Julius Salamon in Waidhofen – wie ursprünglich angenommen – keine Zeitspanne entstehen, wo es am LK Waidhofen keine onkologische Versorgung gilt. Denn die regionalen Tumorboards bündeln die Expertise aller beteiligten Fächer und ermöglichen eine individuell abgestimmte Behandlung für jeden Patienten und jede Patientin. Diese Tumorboards werden virtuell von beiden Kliniken aus gemeinsam abgeklärt. „Auch hier werden die Patientinnen und Patienten durch die gemeinsame onkologische Versorgung durch den Klinikenverband Amstetten-Waidhofen profitieren“, sagte Kasser.

Bürgermeister Werner Krammer betonte: „Seit heute herrscht Klarheit: Das Krankenhaus Waidhofen hat aufgrund einer umfassenden Spezialisierung eine große Zukunft vor sich. Diese Projekte sind ein Meilenstein für dieses Haus, weil hier ein Gesundheitscluster entsteht. Rund 1.200 Arbeitskräfte sind im Raum Waidhofen im Gesundheitsbereich beschäftigt.

„Die Zukunft des Landesklinikums ist ein Thema, das viele Menschen in unserer Stadt bewegt. Das ist mehr als verständlich, denn es geht um Sicherheit, um Vertrauen und um die Gewissheit, im entscheidenden Moment gut versorgt zu sein. Genau deshalb ist es mir wichtig, sagen zu können, dass die medizinische Grund- und Erstversorgung in unserer Stadt gewährleistet bleibt. Das LK Waidhofen wird auch künftig ein zentraler Pfeiler dieser Versorgung sein und im Zusammenspiel mit anderen Kliniken der Region seine Stärken einbringen. Erfreulich und wichtig dabei ist die Weiterentwicklung des Standortes Waidhofen mit gezielten Investitionen in den Bereichen Augenheilkunde und Akutgeriatrie sowie den Synergien mit dem künftigen Pflegezentrum. Gleichzeitig zu dieser Spezialisierung bleibt die Grund- und Erstversorgung erhalten, und der Standort ist gesichert. Diesen Weg gehen wir als Standortgemeinde sehr gerne mit.“

Veröffentlicht am 14. April 2026

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