Der Chor „Cantores Dei“ begeisterte am ersten Adventsonntag in der Pfarrkirche Allhartsberg gemeinsam mit Johanna Wegscheider am Cello sowie Elisabeth Irauschek mit Rezitationen

In stimmungsvoller Adventatmosphäre präsentierte sich der Chor „Cantores Dei Allhartsberg“ am 30. November als fein abgestimmtes Ensemble, das unter der präzisen Leitung von Anita Auer ein stimmiges Adventprogramm bot.
Der Chor zeigte sich bestens vorbereitet. Auer formte aus den Stimmen einmal mehr und wie gewohnt einen homogenen Klangkörper, der die unterschiedlichen Charaktere des Repertoires überzeugend transportierte: „Ach, wann kommen jene Stunden“ erklang mit sehnsuchtsvoller Spannung, getragen von sauber geführten Linien, zu Beginn nach den Worten von Pfarrer Pater Vitus Weichselbaumer. Lieder wie „A stille Zeit“ und „A Spur durch’n Schnee“ ließen die typisch österreichische Adventstimmung aufleben und beeindruckten in Schlichtheit und Bodenständigkeit, jedoch immer musikalisch fein ausgestaltet und souverän vorgetragen auf höchstem Niveau. Besonders berührend waren Lieder wie „Maria durch ein Dornwald ging“ oder „Fallt vom Himmel a Sterndle“, die in seiner schlichten, fast archetypischen Melodik ein stilles Zentrum des Konzerts bildeten. Mit „Tauet, Himmel, den Gerechten“ setzte der Chor schließlich einen leuchtenden Schlussakzent, getragen von warmem Klang und sorgfältig gestalteter Dynamik.
Gut kombiniert mit Cellistin Johanna Wegscheider
Ein besonderer Ruhepol des Sonntagnachmittags waren die Stücke der Cellistin Johanna Wegscheider, die mit bemerkenswerter Klarheit und innigem Ton durch ausgewählte Sätze aus Johann Sebastian Bachs Cellosuiten führte. Die Prelude, Allemande, Courante und Sarabande aus der Suite Nr. 1 in G-Dur erklangen mit großer stilistischer Reinheit, wobei Wegscheider durch ein sensibles Spiel den tänzerischen Charakter ebenso herausarbeitete wie die kontemplativen Zwischentöne. Die Bourrée aus der Suite Nr. 3 in C-Dur brachte Lebendigkeit und elegante Virtuosität in den Kirchenraum, ein gelungener Kontrapunkt zu den vokalen Stücken des Abends.
Bild: Cellistin Johanna Wegscheider begeisterte mit Cellosuiten von Johann Sebastian Bach. ©Leo L.

Worte, die Raum schaffen

Zwischen den Chor- und Instrumentalbeiträgen setzte Elisabeth Irauschek literarische Akzente. Sie las gekonnt aus Andreas Knapps Lyrikbänden „ganz knapp“ und „Mit Pauke und Salböl“. Knapps Texte sind geprägt von seiner spirituell geerdeten Sprache, die er als Mitglied der „Gemeinschaft der Kleinen Brüder vom Evangelium“ zu elaborieren versteht. Irauschek öffnete Zwischenräume der Besinnung. Sie verstand es, diese Miniaturen so zu gestalten, dass sie zu einem stillen Resonanzraum für die Musik wurden. Das Konzert von „Cantores Dei Allhartsberg“ überzeugte durch seine ausgewogene Dramaturgie und die behutsame Verzahnung von Wort und Musik. Anita Auer führte den Chor zu einer Darbietung, die auf innere Tiefe und hohe Chorgesangskunst setzte. Es war ein Sonntagnachmittag, der das Publikum in der Kirche fein und andachtsvoll in die Adventzeit führte, musikalisch anspruchsvoll und von gelungener atmosphärischer Dichte.
Bild: Elisabeth Irauschek rezitierte gekonnt Texte von Andreas Knapp. © Leo L.

