Das geplante Schrott- und Gefahrenstofflager in Greinsfurth stellt ein Risiko für Grundwasser und Region dar.

Davon ist Peter Rausch überzeugt, weshalb der Greinsfurther die Bürgerinitiative „Entscheide mit“ ins Leben gerufen hat. Erst bei der behördlichen Genehmigungsverhandlung des als „Schrottlager mit Schrottschere“ eingereichten Projektes der Besta GmbH am 27. Juni stellte sich heraus, dass nicht nur, wie angegeben, Metallschrott gelagert und verarbeitet werden soll, sondern auch gefahrenstoffhältiger Müll bis hin zu pyrotechnischen Abfällen.
Selbstentzündung und Explosivstoffe
Es hat sich immer wieder gezeigt, dass solche Abfälle, auch solche, die alleine nur aus der Autoverwertung anfallen, durch chemische Reaktionen zu Selbstentzündungen neigen und fatale Brände verursachen können. Dass auf dem Gelände gleichzeitig pyrotechnische Abfälle gelagert werden sollen, macht die Situation noch brisanter und entzieht sich jeder Vernunft. Dass zu diesem Gefahrenpotenzial auch Elektroschrott als Lagergut geplant ist, macht die Situation noch gefährlicher. Eines der größten Probleme der Abfallwirtschaft ist heutzutage das allgegenwärtige Vorhandensein von Lithium-Ionen-Akkus in allen möglichen Haushaltsgeräten bis hin zu elektrischen Zahnbürsten. Bei der Lagerung solchen Elektroschrottes ist die Gefahr der Selbstentzündung ein unvermeidbares Risiko, welches als zusätzliches Gefahrenpotenzial zu den bereits zur Lagerung vorgesehenen Gefahrenstoffen dazu kommt. Dass sich das geplante Betriebsareal der Besta GmbH ebenso wie das Gebiet von der Forstheide bis ins Ybbsfeld auf völlig durchlässigem Schotterboden befindet, ist eine Realität, die von den Betreibern offenbar überhaupt nicht berücksichtigt wurde.
Bürgerinitiative „Entscheide mit“
Die vom Greinsfurther Peter Rausch initiierte Unterschriftenaktion soll das geplante Schrott- und Gefahrenstofflager verhindern. Die Online-Petition findet sich unter openpetition.de/!twqbk
Der riesige Grundwasserstrom des Ybbstales, eines der größten Trinkwasserreservoirs Niederösterreichs, zieht sich von Kematen unter der Forstheide über Greinsfurth und Amstetten bis nach Ybbs. Auf seinem Weg passiert er die Doislau, genau dort, wo die wichtigsten Trinkwasserbrunnen der Amstettner Stadtwerke das Trinkwasser für die Gemeinde Amstetten beziehen. Schon bei Normalbetrieb wäre die Abwasserproblematik des geplanten Werkes, wie das Genehmigungsverfahren zeigte, nicht geklärt und stellt eine permanente Gefahr für das Grundwasser dar, im Fall von notwendigen Löscharbeiten wäre das Grundwasser erst recht gefährdet.
Unvermeidbare Dioxinbildung
Bei Bränden in einem derartigen Lager entstehen unvermeidbare Dioxine und Dibenzofurane. Diese entstehen vornehmlich bei Bränden von technischen Abfällen wie auch Elektroschrott aus chlorhältigen Kunststoffen (wie Kabelisolierungen, Dichtungsringen, Isoliermaterial) besonders im Beisein von Metallabfällen. Diese äußerst langlebigen Gifte sind extrem toxisch und krebserregend und lagern sich für Jahrzehnte in der Umgebung und in den Böden ab. Aktuelle Ereignisse zeigen: Der „worst case“ ist keine Utopie. Man stelle sich nun ein Gefahrenszenario wie Ende Juni in Osttirol vor: Tagelanger Brand in einem Abfallstofflager – Feuer – kaum zu löschende chemische Reaktionen – Explosionen – verletzte Feuerwehrmänner – geschlossene Kindergärten und Schulen – stillgelegte Bahnlinie etc. – und das in unmittelbarer Nähe zum Siedlungsraum Greinsfurth mit den vielen Wohnhäusern, Hausbrunnen und Gärten. Wer kann das verantworten?
Gefahr der Kontaminierung
Die große Gefahr der Kontaminierung des Grundwassers und der Böden betrifft nicht nur das Ortsgebiet von Greinsfurth, sondern auch den Raum Amstetten. „Die Bürgerinitiative möchte hiermit auf die absolute Untauglichkeit des geplanten Standortes und die weitreichenden Folgen für den Raum Amstetten durch die Errichtung eines derartigen Betriebes aufmerksam machen und die NÖ Landesregierung an die Verantwortung für die Sicherheit und Lebensqualität der Bevölkerung erinnern. Das Wohl der Bürger hat Vorrang!“, so Peter Rausch

