Kommentar von Herausgeber Leo Lugmayr über den Musikschulverband Waidhofen/Ybbstal
Die jüngste Ausgabe des „Ybbstalers“ hat mehrere Reaktionen auf den Bericht über den Musikschulverband Waidhofen/Ybbstal ausgelöst. Das zeigt unter anderem auch, wie groß das Interesse der Bevölkerung an dieser exzellenten Musikerschmiede im Ybbstal ist. Formulierungen, mit denen wir aus dem Bericht einer Tageszeitung zitiert haben, haben den Eindruck erwecken können, dass darin die Käuflichkeit von Erfolgen der Musikschule behauptet würde. Dem ist natürlich in keiner Weise so. Die Leistungen der Musikschule und die hervorragende Arbeit ihrer Pädagoginnen und Pädagogen ist nie in Zweifel gezogen worden. Die Schülerinnen und Schüler haben mithilfe der Pädagoginnen und Pädagogen der Musikschule ihre Erfolge in fairem Wettbewerb stets ehrlich erspielt und ersungen.
Denn woran sich manche aus dem Musikschulpersonal zurecht gestoßen haben, ist die Behauptung jener Tageszeitung, dass hier unlauter mit „schwarz ausgezahlten“ Erfolgsprämien zu Höchstleistungen motiviert worden wäre. Dies entspricht in keiner Weise den Tatsachen. Diese Woche ist bekannt geworden, dass es sich bei den unlauteren steuer- und abgabenschonenden Barauszahlungen um zwei Lehrpersonen – eine Karenzvertretung und einen geringfügig beschäftigten Lehrer – gehandelt hat, die vom verstorbenen Direktor völlig unüblich bar entlohnt worden sind. Nachdem bei der Kontrolle der Honorarauszahlung der Verdacht von Unregelmäßigkeiten aufgetaucht ist, hat Verbandsobmann Werner Krammer dies umgehend bei der Gemeindeaufsicht angezeigt. Es gibt auch keinerlei Hinweise darauf, dass sich der verunglückte Musikschuldirektor persönlich Vorteile verschafft hätte. Es stellt sich vielmehr heute so dar, dass er mit dem Vorgehen eigentlich der Schule einen Dienst erweisen wollte. Vielleicht gut von ihm gemeint, aber schlecht gemacht, könnte man sagen.
Nachdem Tageszeitungen und sogar die blauen Seiten des ORF (Titel: „Verdächtige Honorare“) über die Vorgänge berichtet hatten, sahen auch wir uns veranlasst, in der Verantwortung unseren Leserinnen und Lesern gegenüber, das Thema erneut aufzugreifen, ohne unsererseits Schuldzuweisungen vorzunehmen, weder in der Causa Honorare noch in der Thematik Leiterbestellung. Zahlreiche Anfragen der Leserschaft zu beiden Themen hatten uns nach den ORF- und Tageszeitungsberichten erreicht.
Eine weitere unangenehme Sache ist, dass im Zuge des Hearings zur Bestellung der neuen Musikschulleiterin ein unglückliches Missgeschick passiert ist, sodass die Bestellung schließlich revidiert werden musste. Für diesen Formalfehler ist unseres Wissens nach weder die Stadt noch die Musikschule verantwortlich. Es wurde eine Entscheidung vorschnell kommuniziert, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht rechtskräftig war und in der Folge nicht hielt. Die nun erfolgte formale Bestellung der neuen Musikschulleiterin ist nach Prüfung der Bewerbungsunterlagen mit Beschluss des Verbandsvorstandes am 30. Juli regelgetreu vonstatten gegangen. Sollten mit der Berichterstattung Gefühle von Musikschulpädagoginnen oder -pädagogen irritiert worden sein, so war dies nie unsere Absicht, das möchte ich hiermit klarstellen.

