Veröffentlicht am 3. Oktober 2025

Das Abenteuer Ehrenamt

Kommentar von Herausgeber Leo Lugmayr über freiwilliges Engagement

Ohne Geld koa Musi, lautet eine vielfach strapazierte Floskel, die meint, dass erst finanzielle Abgeltung Engagement für Kultur und Gesellschaft auslöst. Stimmt nicht, wenn ich an das Ehrenamt denke. Und wenn ich daran denke, wie viel freiwillige Tätigkeit unser Zusammenleben aufwertet und vielfach erst gestaltet.

Am 19. Oktober öffnet das Schloss Rothschild seine Tore für ein besonderes Ereignis: Die erste Freiwilligenmesse in Waidhofen lädt alle ein, die sich engagieren und inspirieren lassen wollen oder einfach mehr über die vielfältigen Möglichkeiten des Ehrenamts erfahren möchten. Mit einem abwechslungsreichen Programm aus Vorführungen, Workshops, spannenden Vorträgen und einer Podiumsdiskussion rund um das Thema Freiwilligenarbeit steht dieser Tag ganz im Zeichen des gelebten Miteinanders. So steht es in der Einladung dazu. Denn wir wissen ja: Feuerwehr, Rettung, Vereinsleben, soziales Miteinander und viele andere Initiativen leben von Menschen, die sich freiwillig und ehrenamtlich engagieren.

Ich habe mir vergangene Woche die Zeit genommen, am 28. Philosophicum Lech am Arlberg in Vorarlberg teilzunehmen, das von den Philosophen Barbara Bleisch und Konrad Paul Ließmann organisiert wird. Das heurige Thema war „Abenteuer – Lob der Unverfügbarkeit“. Und siehe da, im Vortrag von Valentin Groebner, einem geborenen Wiener, der nach einer Gastprofessur an der Universität Harvard als Professor für Allgemeine und Schweizer Geschichte des Mittelalters und der Renaissance an der Universität Luzern forscht, und in den Vorträgen weiterer Referenten auch, traten Betrachtungen zum alltäglichen Abenteuer zutage. Das Abenteuer sei nicht nur Antrieb, sondern könne auch Wesen und Lust des alltäglichen Lebens sein. Dazu brauche man auch erst gar nicht ans Ende der Welt, in den tiefen Dschungel oder in die heißeste Wüste zu reisen, auch nicht höchste Berge zu besteigen und mit Taucherbrille die Tiefen des Meeres zu erkunden. Auch das Campieren im eigenen Garten könne schon wesentliche Aspekte eines Abenteuers erfüllen. Da sind mir spontan die Waidhofner Schwestern Astrid und Salesia auf ihrem Elektroroller eingefallen. Wer die beiden vorüberflitzen sieht, der weiß, was Lebensfreude und Lebenserfüllung bedeuten, und dass Ehrenamt auch Abenteuer sein kann. Die Franziskanerinnen haben ihr Berufsleben lang ihre Energie und Liebe den Kindergartenkindern geschenkt und sind seit ihrer Pensionierung unermüdlich in der Betreuung der Seniorinnen und Senioren und der Kranken im Spital und im Pflegeheim tätig. Ich habe die beiden Damen übrigens als Nominierte zum „Herzerl-Award“ der Freiwilligenmesse eingereicht, nachdem ein guter Bekannter, den ich immer wieder im Zug nach Wien treffe und mit dem ich recht tiefschürfende Gespräche führen kann, so von ihnen geschwärmt und er mir dies vorgeschlagen hat. Denn mit dieser Auszeichnung werden Personen geehrt, die durch besonderes Engagement hervorstechen. Und das trifft auf die beiden Damen vollinhaltlich zu. Dieses und viel mehr gilt es bei der Freiwilligenmesse zu erkunden. Vielleicht ein Veranstaltungstipp.

Veröffentlicht am 3. Oktober 2025

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