Veröffentlicht am 2. Mai 2026

Demonstration endete mit Gesprächstermin

Die groß angekündigte Demonstration gegen die Beschlüsse des „NÖ Gesundheitsplans 2040plus“ fand am 23. April statt. Wie immer bei Demonstrationen werden die Teilnehmer unterschiedlich angegeben und variieren zwischen 450 und 1.000 Personen

Ein Teil der Waidhofner Demonstranten vor der Abfahrt zur Demonstration in St. Pölten © Lichtenschopf

Mit mehreren Bussen reisten am Donnerstag Personen aus dem Raum Waidhofen zur Demonstration gegen den „Gesundheitsplan 2040plus“ nach St. Pölten. Das teilte Alfred Lichtenschopf, Sprecher der Initiative „Herzalarm“, mit. Die Demonstration richtete sich gegen den vom Landtag mit großer Mehrheit beschlossenen Gesundheitsplan, der unter anderem vorsieht, den Notarztstützpunkt Waidhofen aufzulassen. Waidhofnerinnen und Waidhofner, die sich vor allem an der langfristig geplanten Umstrukturierung des Notarztangebots stoßen, leiten daraus eine Verschlechterung der Versorgungslage ab.

150 Personen aus dem Raum Waidhofen

„Die Demonstration war sehr zufriedenstellend. Die Teilnehmer aus Waidhofen und Umgebung stellten mit 150 Personen neben Gmünd die größte Gruppe“, sagt Lichtenschopf. Mit an Bord nach St. Pölten waren Vertreterinnen und Vertreter aller Rathausparteien außer der Liste MFG. Vizebürgermeister Armin Bahr (SPÖ), Stadträtin Gudrun Schindler-Rainbauer (ÖVP), Stadtrat Martin Dowalil (FUFU) sowie Josef Gschwand­egger und Franz Streßler (FPÖ) reihten sich in den Tross ein, der vom St. Pöltener Hauptbahnhof zum Regierungsviertel führte, wo zeitgleich die Sitzung des Landtags stattfand.

Im Landhaus erwarteten sie die zuständigen Landesräte Eva Prischl­ (Gesundheit, SPÖ) und Anton Kasser (Spitäler, ÖVP) gemeinsam mit Christian Fohringer (Geschäftsführer Notruf NÖ) und Elisabeth Bräutigam von der Landesgesundheitsorganisation, um sich ihren Fragen zu stellen. Lichtenschopf interpretierte das große Aufgebot an Entscheidungsträgern dahingehend, dass man damit seitens des Landes Gesprächsbereitschaft signalisieren wolle.

Kommt Notarztstandort Weyer?

Im Raum steht die Stationierung eines Notarztfahrzeuges in Weyer, das von der OÖ Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) und dem steirischen Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) vorgeschlagen wurde. Über eine Beteiligung daran steht man mit NÖ in Verhandlung.

Die Stationierung eines Notarztwagens auf der Christophorus 15 Basis in Ybbsitz wäre dann hinfällig, „wenn wir dafür einen Beitrag zum Standort Weyer leis­ten“, sagt Kasser. „Wenn das so ist, ok, das ist jedenfalls besser, als dass der Notarzt-Standort Waidhofen ersatzlos geschlossen würde“, sagt Lichtenschopf. „Wir sind aber skeptisch und vorsichtig, ob die Umsetzung tatsächlich Realität wird. Wir würden in die Planung gerne eingebunden sein. Denn, was wir nicht wollen, ist eine zusammengebastelte Lösung von oben herab“, so Lichtenschopf. Er schlägt einen runden Tisch mit den drei Landesräten, Vertretern der Rettung und der Spitäler dazu vor, um ein Konzept für die Zukunft zu erarbeiten.

Veröffentlicht am 2. Mai 2026

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