Veröffentlicht am 23. Januar 2026

Drei Ybbstaler

Kommentar von Herausgeber Leo Lugmayr über Ybbstaler Anpacker und Vorbilder.

Ich habe schon viel falsch gemacht, aber noch nicht alles. Hier und heute ein weiterer Versuch, mein Portfolio an Fehlern zu komplettieren, indem ich ausschließlich über drei Männer schreibe. Bevor die geschätzten Leserinnen dieser Zeilen zu Recht die Nase rümpfen, ihre berechtigten Vorverurteilungen gegen einen Mann auspacken und meine Kolumne überspringen, meine Beteuerung: Demnächst schreibe ich an dieser Stelle über drei Powerfrauen. Welche, verrate ich nicht, ich recherchiere noch. Das Problem ist nämlich: Es gibt davon so viele, dass die Auswahl schwerfällt. (Huch, Kurve gekratzt!)

Da ist einmal Josef Mandl. Vergangenen Freitag wurde dem langjährigen Kommandanten der Feuerwehr der Ehrenring der Gemeinde Hollenstein verliehen. Er ist seit 1981 bei der Feuerwehr aktiv und hat alle denkbaren Funktionen durchlaufen. 20 Jahre lang war er ein Kommandant, wie man ihn sich nur wünschen kann. Für 1.181 Einsätze und 4.514 Tätigkeiten zeichnete er verantwortlich. 65 Kameraden hat er in dieser Zeit aufgenommen. Sieben Fahrzeuge wurden unter seinem Kommando in den Dienst gestellt. Der große Schneeeinsatz 2006, die unvergesslichen Stürme Kyrill, Paula und Emma und ein Jahrhunderthochwasser forderten ihn und seine Kameraden bis zur Belastungsgrenze. Zu Verkehrs- und Forstunfällen rückte er aus, zu Tierrettungen, zu Großbränden. Die Corona-Zeit meisterte er bravourös. Was ihn besonders auszeichnet: Er hat immer Nerven gezeigt, unaufgeregt kühlen Kopf bewahrt und ist stets Kamerad geblieben. Das trug ihm Standing Ovations bei der Feier ein.

Der zweite Mann ist Harald Tanzer. Zeitgleich zu Mandls Ringverleihung wurde der Ybbsit­zer Historiker, der am Stiftsgymnasium Seitenstetten Geschichte, Deutsch und Geografie unterrichtet, am Freitagabend zum Obmann des Ybbsitzer Geschichte Vereins gewählt. Im Amt löst er Josef Hofmarcher ab. Tanzer begleitet und entwirft seit Jahren Ausstellungen und Publikationen für das FeRRUM. Zur historischen Betrachtung der Sommerfrische in Ybbs­itz hat er 2007 die Ausstellung „Wochenend und Sonnenschein“ kuratiert, Texte zur Habermann-Ausstellung 2018 geliefert und die spannende Schau samt Buch zu „Schilauf in Ybbsitz“ federführend entwickelt. Keine großartige öffentliche Anerkennung kann sich Tanzer für seine ehrenamtliche Arbeit erwarten, umso wichtiger ist seine Arbeit, die er präzise und unprätentiös leistet.

Der dritte Mann ist der Neuhofner Gottfried Pilz, seines Zeichens Bezirksobmann der Wirtschaftskammer. Der traute sich vergangenen Dienstag etwas, von dem ihm wohl viele abgeraten hätten. Ungerührt von den Turbulenzen der Kammer auf Bundesebene lud er zum Neujahrsauftakt. Mit breiter Brust brach er dem Unternehmertum und dem Serviceangebot der Kammer eine Lanze. Das beeindruckte, wenn er meinte: „Was wir vor allem brauchen, ist einander zuzuhören!“ Das tut er, und man spürte, dass das, was er sagt, nicht einem schlauen Kalkül folgt, sondern einfach die Sprache seiner Überzeugung als positiv ins Jahr schreitender Unternehmer ist. Ein Wirtschaftskapitän mit Vorbildwirkung.

Was die drei gemeinsam haben? Sie sind Anpacker, erfüllen ihre Arbeit und Funktion mit Gehalt, Größe und Standfestigkeit. Ohne großes Tamtam, aber mit Kopf, Hand und Herz. Sie sind Vorbilder. Demnächst: Drei Ybbstalerinnen – Powerfrauen, wie sie in keinem Buche stehen.

Veröffentlicht am 23. Januar 2026

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