Gerhard Mayrhofer beendet mit 31. März aus gesundheitlichen Gründen seine Tätigkeit als Gemeindearzt in der Marktgemeinde Sonntagberg. Allgemeinmediziner Christian Hinterdorfer zieht sich gänzlich aus Kematen zurück. Manfred Troll, Gemeindearzt in Kematen, wurde um Verlängerung ersucht

Die medizinische Versorgung der Bevölkerung in den Gemeinden Sonntagberg und Kematen ist aktuell eine prekäre. Gerhard Mayrhofer, der sich seit 1989 um das gesundheitliche Wohl der Rosenauer Bevölkerung und darüber hinaus gekümmert hat und seine Praxis ursprünglich bis zum 70. Lebensjahr weiterführen wollte, musste aufgrund gesundheitlicher Umstände den Kassenvertrag mit Ende März kündigen. Die NÖ Ärztekammer hat die nach dem ersten Quartal freiwerdende Ordination bereits ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist dafür endet mit 13. Februar. Parallel dazu laufen die Bemühungen von Bürgermeister Thomas Raidl auf Hochtouren, der Gespräche mit potenziellen Nachfolgern führt, um die medizinische Versorgung in seiner Gemeinde so rasch als möglich sicherzustellen.
So auch in der Nachbargemeinde Kematen, in der Bürgermeisterin Juliana Günther an Gemeindearzt Manfred Troll mit der Bitte herangetreten ist, seinen Kassenvertrag zu verlängern. Dieser endet automatisch mit dem 70. Lebensjahr des Arztes, im Fall von Manfred Troll mit 1. Juli, wie die NÖ Ärztekammer informiert. „Bei Engpässen kann man um Verlängerung ansuchen. Um eine zufriedenstellende Überbrückung bis zur endgültigen Nachfolge zu gewährleisten, habe ich Dr. Troll deshalb um Verlängerung gebeten“, erklärt Bürgermeisterin Günther. Manfred Troll war bis Redaktionsschluss zu keiner Stellungnahme erreichbar. Erschwert wird die regionale Situation durch die Schließung der ehemaligen Praxis von Dr. Pasching, die der Allhartsberger Gemeindearzt Christian Hinterdorfer viele Jahre als Zweitordination geführt hat. „Der Zehnjahresvertrag mit der Gemeinde ist schon vor einem Jahr ausgelaufen. Die Zweitordination war ein freiwilliges Angebot meinerseits an meine Kematner Patienten und basierte auf einer Sonderregelung mit der Ärztekammer, die eine zweite Kassenstelle in einem Ort ohnehin erst ab 3.500 Einwohnern vorsieht. Aufgrund der drohenden Versorgungslücke drängen immer mehr Patienten zu mir. Es ist Zeit, mich auf meinen Hauptstandort in Hiesbach zu fokussieren“, argumentiert Dr. Hinterdorfer die Maßnahme.
Ebenfalls als vakant ausgeschrieben findet man auf der Webseite der NÖ Ärztekammer mit 1. April die Ordination von Fritz Reith in St. Peter/Au. Dem Ansuchen des Gemeindearztes auf Verlängerung wurde bereits stattgegeben. „Dr. Reith hat noch lange vor, weiterzuarbeiten“, versichert seine Ordinationsassistentin.

