Veröffentlicht am 28. August 2025

Ein erster Schritt

Kommentar von Herausgeber Leo Lugmayr über den Notarzt­standort Waidhofen

Zugegeben, die Stationierung eines Rettungswagens RTW-C in der Region anstelle des 2027 auslaufenden Notarztstandortes Waidhofen ist ein Zwischenerfolg für die von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern und der Ärzteschaft getragenen – und von der breiten Öffentlichkeit unterstützten – Initiative, eine notärztliche Versorgung in der Region zu halten. Denn Stand Mai war: Die notärztliche Versorgung wird vom Standort Waidhofen ersatzlos abgezogen und die Region von Amstetten notärztlich versorgt. Dies hatte sich eine 52-köpfige Expertenkommission nach wissenschaftlichen Guidelines so ausgedacht. Natürlich weiß man, dass die Kommission die Eindämmung der stark steigenden Kosten für die Gesundheitsversorgung im Auge haben sollte.

Aufgrund der im Plan formulierten Auflassung des Notarzt­standortes Waidhofen und angesichts der dadurch verlängerten Anfahrtszeiten kam sofort ein Aufschrei aus der Region, nicht nur aus Waidhofen, sondern insbesondere aus den Tallagen wie Ybbsitz, Opponitz, Hollenstein und St. Georgen/Reith, aber auch Göstling und den oberösterreichischen Gemeinden Gaflenz, Maria Neustift und Weyer, die bisher auf notärztliche Versorgung aus Waidhofen vertraut hatten.

Nun kam kürzlich eine Korrektur. In einer gemeinsamen Pressekonferenz teilten die Landesräte Eva Prischl (SPÖ), Ludwig Schleritzko (ÖVP) und Martin Antauer (FPÖ) zwar das Festhalten am Spitalspakt 2040+ mit, abgeändert wird darin aber, dass künftig am Christophorus-Standort Ybbsitz zeitgleich mit der Auflassung des Notarzt-Standortes Waidhofen eine vollzeitliche Notarzt-Präsenz mittels RTW-C sichergestellt werden soll. Was ist aber ein RTW-C überhaupt? Dazu die Definition: „Ein RTW-C ist ein Großraum-Rettungswagen, für dessen Besatzung mindestens ein Notfallsanitäter als Teammitglied vorgesehen ist. Darüber hinaus verfügt ein RTW-C über eine erweiterte medizinische Ausstattung wie zum Beispiel ein EKG-Gerät und ein breites Spektrum an Notfallmedikamenten. Im Falle des nun geplanten RTW-C Standorts am Stützpunkt des Notarzthubschraubers Christophorus 15 in den Ybbsitzer Bergen heißt das, dass in Zeiten, in denen die dort schon jetzt diensthabenden Notärztinnen und Notärzte aus witterungsbedingten oder sichtbedingten Gründen und nächtens nicht per Hubschrauber abheben können, diese an sieben Tagen der Woche und rund um die Uhr für Notarzt Einsätze per Auto parat stehen. Ja, das ist besser als der im Mai kommunizierte Plan. Das ist ein Zwischenerfolg für die Region und die von Ärzten und Politik gemeinsam getragene Initiative „Herzalarm“.

Nicht besser wird dadurch die Situation für das Landesklinikum Waidhofen, von wo das Notarzt-team abgezogen wird und wo Stationen bis 2040 aufgelassen werden. So fürchtet man etwa, dass der Standort etwa durch die Verlegung der Notärzte für Anästhesistinnen und Anästhesisten an Attraktivität verliert. Auf Nachfrage bei „Herzalarm“-Initiator Alfred Lichtenschopf bestätigt dieser: „Von der Anfahrt würde es dann keine allzu große Rolle spielen, ob die notärztliche Versorgung von Ybbsitz oder Waidhofen ausgeht. Ein Verbleib des Notarztes beim Landesklinikum in Waidhofen wäre uns natürlich lieber.“ Der ehemalige Primararzt ist aber Optimist und fügt an: „Bis 1. April 2027 ist auch noch etwas Zeit, um weitere Maßnahmen zu setzen.“ Ein erster Schritt ist gelungen, vielleicht geht noch mehr.

Veröffentlicht am 28. August 2025

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