Veröffentlicht am 17. Mai 2026

Ein Nachmittag der großen Liedkunst im Glassalon

Der Rothschild’sche Glassalon in Langau bot den Rahmen für einen Liedernachmittag, in dessen Mittelpunkt Bass Günther Groissböck und Sopranistin Megan Kahts standen

Florian Krumpöck, Megan Kahts und Günther Groissböck (v. l.) begeisterten im Rothschild’schen Glassalon in Langau. © Leo L.

Im Rahmen einer Benefizveranstaltung für bedürftige Menschen der Region Lackenhof gaben der international gefeierte Bass Günther Groissböck und die südafrikanische Sopranistin Megan Kahts am Sonntag­nachmittag Werke von Robert Schumann zum Besten. Einleitend erläuterte Nadine Luksch die Genese der Veranstaltung. Evelyn Schörkhuber vom Richard Wagner Konservatorium Wien dankte allen Unterstützerinnen und Unterstützern, insbesondere Herrn Pollinger sowie Johannes und Nadine Luksch und der Gemeinde für ihr Engagement, dieses Konzert mit Weltstars in Lang­au möglich gemacht zu haben.

Bereits zu Beginn des Nachmittagskonzerts wurde das Publikum in eine poetische Klangwelt entführt: Gemeinsam gestalteten Günther Groissböck und Megan Kahts die beiden Lieder „Herbstlied“ und „An den Abendstern“. Diese einleitenden Duette zeichneten sich durch feinsinnige Phrasierung und ein bemerkenswertes klangliches Gleichgewicht aus und ließen die besondere Qualität des Nachmittags früh erahnen.

„Dichterliebe“ und „Frauenliebe und -leben“

Mit dem Zyklus „Dichterliebe“ bewies Groissböck einmal mehr eindrucksvoll seine Meisterschaft im Liedgesang. Sein Bass verlieh den Heine-Vertonungen Schumanns eine eindringliche emotionale Dimension. Zwischen Ironie, Schmerz und resignativer Zartheit spannte er einen weiten interpretatorischen Bogen, stets getragen von präziser Textdeutung. Im fliegenden Wechsel übernahm Meghan Kahts die Bühne und widmete sich Schumanns Zyklus „Frauenliebe und -leben“. Mit ihrem warm timbrierten Sopran und einer klaren, erzählerischen Gestaltung gelang es ihr, die Entwicklung der weiblichen Hauptfigur überzeugend nachzuzeichnen – von der ersten Verliebtheit bis zur existenziellen Erschütterung des Verlusts. Ihre Interpretation bestach durch Natürlichkeit und emotionale Unmittelbarkeit.

Am Klavier erwies sich Florian Krumpöck als sensibler und zugleich strukturgebender Partner. Mit feinem Gespür für Schumanns vielschichtige Klaviersätze begleitete er die Sänger nicht nur, sondern gestaltete aktiv mit – mal zurückhaltend atmend, mal klanglich aufblühend. Den Abschluss eines bewegenden Nachmittags bildete eine gemeinsame Zugabe: „Da drunten im Tale“ von Johannes Brahms erklang in inniger Zweisamkeit der beiden Stimmen. Dieser schlichte, volksliedhafte Ausklang wirkte wie ein leiser Nachhall der zuvor entfalteten Gefühlswelten – und wurde vom Publikum mit lang anhaltendem Applaus bedacht. Ein Konzert, das nicht nur durch große Namen, sondern vor allem durch tief empfundene Musikalität in Erinnerung bleiben wird.

Veröffentlicht am 17. Mai 2026

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