Veröffentlicht am 2. Oktober 2026

Einer, der seine Wurzeln nicht vergessen hat

Kommentar von Herausgeber Leo Lugmayr über Arbeiterkammer-Präsident Markus Wieser

Es gibt Menschen, die machen Karriere, indem sie kalt durch dick und dünn gehen, ihr Tun und Streben nur auf den eigenen Erfolg ausgerichtet. Und es gibt Menschen, die auf ihrem Weg nach oben stets ihren Wurzeln verbunden bleiben, nie vergessen, woher sie kommen, und Menschen auf ihrem Weg mitnehmen. Markus Wieser, der in Böhlerwerk aufgewachsen ist, gehört zur zweiten Kategorie. Ein Selfmade-Man – aber keiner mit spitzen Ellbögen. Einer, der sich mit Einsatz, Engagement und Teamgeist bis an die Spitze der Kammer für Arbeiter und Angestellte NÖ gearbeitet hat. Einer, der seine Ybbstaler DNA auch nie verleugnet hat. Seine Wurzeln liegen imYbbstal, und dorthin kehrt er immer wieder zurück: zum Stocksport, zu Freunden, zu seiner Mutter, seiner Schwester und zu seinem Bruder, der als Gemeinderat in Bad Hall kommunalpolitisch engagiert ist. Längst ist der Süden Niederösterreichs sein Lebensmittelpunkt geworden, wo er eine Familie gegründet hat. Doch wenn er vom Sonntagberg spricht, wird klar: Das ist mehr als ein vertrauter Ort. Es ist sein Ankerpunkt.

Seinen politischen Weg geht er aufrecht, erhobenen Hauptes und mit dem guten Gefühl, sich am Abend im Spiegel in die Augen schauen zu können. Das ist in einer Zeit, in der politische Karrieren nicht immer frei von Widersprüchen sind, keine Selbstverständlichkeit. Besonders geprägt hat ihn allerdings nicht die Politik, sondern das Schicksal seiner Familie. Als eine seiner Töchter in jungen Jahren mit der Diagnose Leukämie konfrontiert wurde, traf die Nachricht die ganze Familie wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Doch Markus Wieser resignierte nicht. Im Gegenteil: Auf dem Genesungsweg seiner Tochter musste er erfahren, dass es in Österreich für Kinder keine entsprechende Rehabilitation gab. Aus dieser schmerzlichen Erfahrung entstand nicht Verzweiflung, sondern Tatkraft. Wieser gründete den Förderverein Kinder- und Jugendlichenrehabilitation und setzte sich damit für jene ein, die selbst kaum eine Stimme haben.

Zu seinem 60. Geburtstag bereiten ihm nun Freunde ein besonderes Geschenk: eine Benefizveranstaltung mit der Gruppe „Saschas Travestie“ am 30. Oktober im Böhlerzentrum. Es ist ein Abend, der nicht nur einen engagierten Menschen würdigt, sondern auch zeigt, was aus persönlicher Betroffenheit entstehen kann, wenn man nicht wegschaut. Ein Abend, der erneut Unterstützung – finanzielle wie ideelle – für Kinderrehabilitation bringt. Dass er die Veranstaltung im Böhlerzentrum anberaumt, wenige Meter von der Werkstätte entfernt, wo der 15-jährige Markus vor 45 Jahren seine Betriebselektrikerlehre begonnen hat, spricht Bände. Viel von seinem Leben hat er im Interview mit dem „Ybbstaler“ in dieser Ausgabe erzählt. Genaueres zu seinem Engagement in der Kinder- und Jugendlichenrehabilitation, das ihm das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich sowie die August-Reuss-Medaille, die vor ihm nur Mediziner bekommen haben, eingebracht haben, lesen Sie in einer der nächsten Ausgaben.

Veröffentlicht am 2. Oktober 2026

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