Kommentar von Herausgeber Leo Lugmayr über den Schulbeginn
(Scherzhafte) Richtigstellung: In der Ausgabe dieses Blattes vom 3. Juli überschrieb ich meinen Leitartikel mit dem Satz „Nie mehr Schule!“ und spielte damit auf den Schulschluss und den Falco-Song an, der zu Ferienbeginn stets rauf und runter gespielt wird. Diese Behauptung stimmt nicht. Richtig ist vielmehr, dass am 1. September das neue Schuljahr – plangemäß und seitens der Bildungsdirektion und ihrer Außenstellen gut vorbereitet –- begonnen hat. „Gott sei Dank“, höre ich da manche Eltern stöhnen. „Leider“, antworten vielleicht just deren Kinder.
Doch nun Scherz beiseite. Der Beginn des Schuljahres, das weiß ich nach 20 Jahren Lehrer, 20 Jahren Direktor und fünf Jahren Demokratiebildung im Parlament aus eigener Erfahrung, verläuft seit jeher nach ähnlichen Ritualen: Schulmesse – wo das noch gemacht wird –, Klassenvorstandsstunde, Schulbücher austeilen, Schulordnung in Erinnerung rufen, Einkaufsliste für die Eltern, Lehrerkonferenz. Schultüten gibt es nur für die Kleinsten.
Doch, was ist anders und wichtig für das neue Schuljahr 2025/26? Der Abteilungsleiter der Bildungsregion Mostviertel Dietmar Nahringbauer zählt es auf: „Ein achtsamer Umgang und ein respektvolles Miteinander sind wesentliche Aspekte des Schulklimas. Die Schule muss als sicherer Ort für Schülerinnen und Schüler sichergestellt sein, Gewaltschutz eine Selbstverständlichkeit und die psychische Gesundheit der Schülerinnen und Schüler ein Anliegen sein. Dazu zählt auch der sichere Umgang mit Mobiltelefonen und sozialen Medien.“ Damit wird er wohl in den Eröffnungskonferenzen der Schulen zitiert worden sein. Schule sei Menschenbildung in einem sicheren und wertschätzenden Umfeld.
Bildungsminister Christoph Wiederkehr hat vergangene Woche im Rahmen des Europa Forums Alpbach in Tirol bei der Podiumsdiskussion mit dem Titel „Schule als Zukunftsort für ein demokratisches Europa“ unmissverständlich Flagge gezeigt: Die Bildung sei es, die Menschen zu Humanisten und Demokraten erzieht. Die Bildung sei es, die Europa groß gemacht hat und die Bildung sei es auch, die Europa weiterhin stark machen kann in einer immer mehr von einer Polykrise ins Wanken gebrachten politischen Großwetterlage. Bildung kann jener stabilisierende Faktor sein, der Frieden, Wohlstand und Freiheit dauerhaft sichert, weil Bildung mündige Menschen erzieht, um (digitale) Medien mit gesunder Skepsis wahrzunehmen. Dazu braucht es gleichermaßen faktenbasierte Lehre und kritisches Denken, gelebte Toleranz, abgesicherte Werte und ein gerütteltes Maß an Standhaftigkeit. Dies alles zu vermitteln und zu implementieren, ist keine Aufgabe, die leicht genommen werden kann. Sie zu erfüllen, wird aber von der Schule zu Recht verlangt.
Und damit tragen nun unsere Pädagoginnen und Pädagogen eine unglaublich wichtige Verantwortung, indem sie mit ihrem Unterricht, ihrem sozialen Wirken und ihrem Vorbild in den Herzen und Köpfen der heranwachsenden Menschen die Basis für eine sichere, gerechte und demokratische Zukunft legen. Dazu wünsche ich den Lehrerinnen und Lehrern viel Kraft und die entsprechende Freude am Erfolg ihrer Arbeit im neuen Schuljahr!

