Veröffentlicht am 22. März 2026

Erfolge trotz Spardrucks

2025 war auch für die Gemeinde Hollenstein kein einfaches Jahr. Dennoch blickt Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer (SPÖ) engagiert in die Zukunft

Manuela Zebenholzer blickt optimistisch und engagiert ins Jahr 2026. © Leo L.

Das Jahr 2025 war für die Gemeinden in NÖ kein leichtes. Stagnierende Ertragsanteile aus dem Steuertopf des Bundes und gleichzeitig stark steigende Beiträge zum NÖ Krankenanstalten-Strukturfonds (NÖKAS) und Sozialhilfe­beiträge haben den Gemeinden und auch Hollenstein den Handlungsspielraum eingeengt. „Allein 535.416 Euro flossen aus dem Gemeindebudget in den NÖKAS, weitere 321.000 Euro in den Sozialhilfefonds“, bestätigt Zebenholzer. Zusätzlich schlugen sich steigende Personalkosten auf der Ausgabenseite zu Buche. Das alles führte im Rechnungsabschluss 2025 zu einem negativen Nettoergebnis von 289.000 Euro. Dennoch konnte der Schuldenstand der Gemeinde dank auslaufender Kredite um 300.000 Euro auf 5,3 Millionen Euro reduziert werden. „Obwohl wir Investitionen getätigt haben und neue Darlehen für die Abwasserbeseitigungsanlage Abschnitt 15 aufnehmen mussten“, sagt sie. Leicht gestiegen sind auf der Einnahmenseite die Ertragsanteile des Bundes auf 1.745.729 Euro, auch deshalb, weil Hollensteins Bevölkerung mit 1.701 Einwohner leicht anstieg. Das kumulierte Haushaltspotenzial weist ein Nettoergebnis von minus 168.900 Euro auf, der Finanzierungshaushalt minus 166.100 Euro. Nun muss die Gemeinde einen Konsolidierungsplan vorlegen mit einem errechneten Konsolidierungsvolumen von 193.000 Euro.

Voranschlag für das Budget 2026

Für 2026 erwartet das Budget Einnahmen aus Ertragsanteilen in Höhe von 1.796.000 Euro und Kommunalsteuern von in Summe 307.000 Euro. Die wichtigsten Ausgaben 2026 sind für NÖKAS 571.000 Euro, für die Sozialhilfeumlage 350.000 Euro und für die Jugendwohlfahrt 64.000 Euro. An Personalkosten werden 1.133.400 Euro erwartet, hier hat die Gemeinde mehr als drei Prozent Erhöhung veranschlagt. Als Entwicklung des Schuldenstandes von Dezember 2025 bis Dezember 2026 wird mit einer Reduktion von 5.273.100 auf 4.706.300 Euro gerechnet. Aufschließungs- und Hundeabgabe, Wasser- und Kanalgebühren wurden per 1.1.2026 angepasst. „Derzeit ist es nicht geplant, bei den Vereinen zu sparen, das ist nicht sinnvoll“, sagt Zebenholzer. „Jene, welche großartige Kinder- und Jugendarbeit leisten und wie etwa der Musikverein wesentlicher Teil der Gemeinschaft sind, müssen auch weiterhin unterstützt werden.“ „Der laufende Betrieb ist in jedem Fall gesichert. Die Finanzen müssen wir, wie auch bisher, gut im Blick behalten. Gott sei Dank haben wir in den vergangenen Jahren vorausschauend, gut, wichtig und richtig inves­tiert“, ist sich die Bürgermeisterin sicher. „Die finanzielle Lage der Gemeinde ist zwar angespannt, dennoch werden wir weiterhin für Hollenstein investieren. Die Entscheidung was und zu welchem Zeitpunkt umgesetzt wird, werden wir behutsam treffen und wird nur dann erfolgen, wenn auch die entsprechenden Mittel dazu verfügbar sind“, sagt Zebenholzer. Der Voranschlag wurde am 17. Dezember im Gemeinderat beschlossen. Das Abstimmungsverhalten war 15 : 2 (SPÖ und GFH dafür, FAIR dagegen).

Ausstieg aus Energievertrag mit Wien Energie

In vielerlei Hinsicht war 2025 für die Gemeinde Hollenstein auch ein starkes Jahr. So wurden mit der Fertigstellung der Baumaßnahmen zur Sicherung der Mure am Gallenzer Kogel und mit der Fertigstellung des Hochwasserschutzes an der Ybbs Großprojekte abgeschlossen. Der Güterweg Winterreith wurde neu gebaut, in Glasfaseranschlüsse wurde investiert und der Bau des Kleinwasserkraftwerks am Königsberg wurde abgeschlossen. Ein wichtiger Schritt für die Gemeindefinanzen war der Ausstieg aus dem Vertrag der Licht- und Kraftvertrieb (LKV) mit den Wiener Stadtwerken. Hier war es zuletzt zu hohen Kosten für Gemeinde, Haushalte und Betriebe gekommen.

Pläne für 2026

Für das Jahr 2026 fokussiert die Gemeinde auf Infrastrukturprojekte, Straßen- und Güterwegebau. In den nächsten Jahren sind im Bereich der Wasserversorgung Anschaffungen zur Trübungsmessung inklusive technischer Filterung vorgesehen. Im Bereich der Abwasserbeseitigung ist die Umsetzung des Blackout-Konzeptes geplant. Straßenbau und Güterwegeerhaltung sind im Budget ebenfalls berücksichtigt. „Wir investieren definitiv in die Trinkwasserversorgung, wobei der Lückenschluss der Leitung nach Kleinhollenstein und eine zweite Quellfassung auf der Voralm zur Absicherung der Trinkwasserversorgung Priorität haben“, sagt Zebenholzer. Dabei machen ihr die geringen Niederschläge und der wenige Schnee Sorgen. „Nicht nur, dass unsere Kleinwasserkraftwerke wenig Strom produziert haben, die Hohlräume im Kalkstock der Berge füllen sich nicht ausreichend mit Wasser, wenn die Winterniederschläge ausbleiben“, sagt Zebenholzer. Entsprechend dürftig sprudeln die Karstquellen. Was wünscht sich die Bürgermeisterin für 2026? Zebenholzer: „Dass die Entwicklung gut vorangeht, dass wir wieder investieren können und dass wir die Infrastruktur gut aufrechterhalten können. Wichtig wäre, dass der Finanzausgleich, an dem alles hängt, wieder strukturell wächst.“ Wünsche, die sie wohl mit allen Ortschefs des Ybbstals gemein hat.

Veröffentlicht am 22. März 2026

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