Gemeinderat beschloss Anpassungen der Müllgebühren (+11,2 %), der Wasserabgaben (+13,5 %) und der Friedhofsgebühren

Den Mandatarinnen und Mandataren aller Fraktionen war am Montagabend ihr Unmut regelrecht anzusehen. Denn nur zu sicher ist das Unverständnis, mit dem Teile der Bevölkerung auf die zu beschließenden Erhöhungen der Abgaben für Müllentsorgung, Wasser und Friedhofsgebühren reagieren werden. Allein, der Gemeinderat hatte auch keine andere Wahl. Nach der gut gemeinten Aussetzung von Gebührenerhöhungen während der Corona-Pandemie, müssen diese nun spürbar nachgeholt werden, weil die Gemeinden den Gebührenhaushalt kostendeckend führen müssen.
„Freude macht uns das überhaupt nicht“
„Wir als Gemeinden haben den Auftrag, die Müllentsorgung zu organisieren. Wir verdienen daran nichts, wir machen das gerne, gut und effizient, aber wir sind nur zwischen dem Bürger und den Entsorgern, wo der Müll hinkommt. Eine andere Rolle haben wir nicht“, so Bürgermeister Werner Krammer (WVP). „Freude macht uns das überhaupt nicht. Wir machen das, weil wir langfristig denken“, pflichtet Vizebürgermeister Armin Bahr (SPÖ) bei, der das Aussetzen der jährlichen Anpassungen als „Fehler der Vergangenheit“ bezeichnete, der nun korrigiert werden müsste, „so unpopulär das auch ist“, so Bahr. „Wir haben ein paar Fehler gemacht während der Pandemie, wir haben es gut gemeint, und jetzt müssen wir das abfedern, aber
wir sind auf einem guten Weg, indem wir die Gebühren anpassen müssen, aber nicht wollen“, so auch Stadtrat Martin Dowalil (FUFU).
Kanalgebühr bleibt unverändert
Demnach steigen die Müllgebühren 2026 um 11,2 %, 2027 und 2028 um jeweils weitere 8,4 %. Ähnlich beim Wasserbezug. Wasser wird 2026 um 13,5 % teurer, 2027 um 8,3 % und 2028 um 8,4 %. Wasser kostet nächstes Jahr € 2,03, 2027 € 2,20 und 2028 € 2,33 pro Kubikmeter. Die Bereitstellungsgebühr wird 2026 um 13,5 % auf € 86,– pro Kubikmeterstunde angehoben, 2027 auf € 96,– und 2028 auf € 105,–. Auch die Friedhofsgebühren werden nach einer Verordnungsprüfung angehoben, nachdem die Friedhofbetreuung in den vergangenen fünf Jahren ein Minus von 160.000 Euro erwirtschaftet hat. Alle Beerdigungsgebühren für Erdgrabstellen, Grüfte und Urnennischen und die Gebühr zur Benutzung der Aufbahrungshalle werden teurer. Allein die Kanalgebühr bleibt unverändert und steigt 2027 und 2028 nicht. FPÖ-Gemeinderat Josef Gschwandegger kritisierte die Höhe der Anpassungen, stimmte aber nicht dagegen, sondern enthielt sich als einziger Mandatar bei der Abstimmung der Stimme.

