Feuer und Eisen – Ybbsitz glühte zum 26. Mal

Wenn Eisen glüht, Funken sprühen und sich der Duft von Weihnachten durch den Ort bis hin zur Erlebnisbrücke zieht, dann ist in Ybbsitz wieder Schmiedeweihnacht. Am 13. und 14. Dezember zeigte sich der traditionsreiche Schmiedeort zum 26. Mal von seiner eindrucksvollsten Seite – warm, kreativ, herzlich, stimmungsvoll und zutiefst berührend.

Eröffnungsrede von Irene Welser
Eröffnet wurde die Flammende Schmiedeweihnacht mit einer Rede, die vielen Besucherinnen und Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben wird. Honorarprofessorin Irene Welser fand die richtigen Worte für eine sehr persönliche und rührende Liebeserklärung an ihre Wahlheimat Ybbsitz, ihre „Hoamat“. Die international tätige Juristin spannte dabei einen eindrucksvollen Bogen zwischen Heimatgefühl, Handwerk und jener besonderen Gemeinschaft, wie man sie in Ybbsitz findet. Jedes Mal sei es ein Heimkommen, wenn sie in ihr Haus nach Ybbsitz fahre. Es war eine Rede, die nicht nur den offiziellen Start markierte, sondern den Geist der Veranstaltung auf den Punkt brachte: Hier geht es um mehr als Eisen. Es geht um die Menschen – um die 70 angereisten Schmiedinnen und Schmiede, um die rund 80 Aussteller, um die vielen Besucherinnen und Besucher, die den Markt wieder zahlreich bevölkerten und nicht zuletzt um das große Engagement der vielen Ybbsitzerinnen und Ybbsitzer, die gemeinsam hinter dieser Veranstaltung stehen und sie Jahr für Jahr möglich machen.

Besonders beeindruckend war erneut das Zusammenspiel von Ort und Veranstaltung. Ybbsitz ist nicht bloß Kulisse, sondern aktiver Teil der Schmiedeweihnacht. Häuser, Werkstätten, Plätze und Wege scheinen wie geschaffen für dieses Fest, bei dem sich Vergangenheit und Gegenwart mühelos die Hand reichen. Besucher schlenderten durch den Ort, blieben stehen, kamen ins Gespräch – mit Schmieden, mit Nachbarn, mit Fremden. Ein vitales, authentisches Adventtreiben.
Die vielen internationalen und regionalen Schmiede zeigten in den Werkstätten ihr Können. Im Sonneck-Hammer wurden Brechstangen geschmiedet, das Schauschmieden im Fahrngruberhammer und in der Waldschmiede versetzte die Besucher in vergangene Zeiten. Natürlich durfte auch die Kulinarik nicht fehlen und sorgte für wohlige Wärme von innen.


Die Enkelin von Prof. Alfred Habermann – Elisabeth Habermannova – besuchte Ybbsitz. zVg
Schmiedethema „Curl“
Unter dem diesjährigen Thema „Curl“ entstanden zahlreiche geschwungene, verspielte und mitunter überraschende Arbeiten – vom feinen Detail bis zum kraftvollen Objekt. Die Werke wurden von einer Jury gekürt und zeigten eindrucksvoll die kreative Vielfalt des Schmiedehandwerks. Kinder staunten über das Glühen der Feuer in den Essen, Erwachsene über die Präzision und Kunstfertigkeit an Amboss und Hammer.
Auch für die jüngsten Gäste war bestens gesorgt: von der Kinderwerkstatt bis hin zum „Streichelzoo“ mit Schafen und Lamas im Park. Die Flammende Schmiedeweihnacht 2025 mit über 13.000 Gästen hat einmal mehr gezeigt, warum Ybbsitz als Schmiedeort weit über die Region hinaus bekannt ist. Weil Handwerk hier sichtbar, hörbar und spürbar wird. Weil Tradition nicht ins Museum gehört, sondern in den Alltag. Und weil Ybbsitz zeigt, was entstehen kann, wenn viele Menschen ihre Kräfte bündeln.












Fotos: zVg

