Veröffentlicht am 24. November 2025

Fulminantes Ende einer (Jazz-)Ära 

Mastermind Alois Aichberger rief mit dem „Last Call“ die LA Big Band nach 25 gemeinsamen Jahren für ein Abschiedskonzert auf die Bühne der Aschbacher Sporthalle

Ein denkwürdiger Abend mit großen Emotionen: der Abschied des Jazzorchesters „LA Big Band“ © NoKa

Zum Grande Finale von 25 Jahren LA Big Band trafen 20 renommierte Musiker auf eine restlos ausverkaufte Sporthalle in Aschbach. Der Abend markierte den glanzvollen Höhepunkt aus einem Vierteljahrhundert musikalischer Reise, die ihren Anfang in einem Musikschulprojekt nahm und nun in einem professionellen Jazz­orchester endete. 

Der musikalische Rückblick des Orches­ters, das über die Jahre gerne gesehener Gast auf DER Jazzbühne des Landes – dem „Porgy and Bess“ in Wien – war, umfasste Eigenkompositionen aus fünf gemeinsamen Alben. Wobei „Sounds of Kosovo“ das Publikum nicht nur aufgrund der brisanten Aktualität der Weltenlage berührte, sondern vor allem auch durch die Texte der 1978 im Kosovo geborenen Sängerin Irina Karamarkovic, vorgetragen von Peter Hofmayer, für Gänsehautmomente sorgte. Die Künstlerin erlebte Krieg und Flucht am eigenen Leib und fasste ihre Erfahrungen als „Weltherrschaft der Dummheit“ in Anlehnung an Marie von Ebner-Eschenbach zusammen. 

Peter Hofmayer rezitierte die Texte von Irina Karamarkovic.© NoKa

Der Abend voller Hingabe, Präsenz, Beat und Spiellaune, gepaart mit Wehmut, die erst beim anschließenden Anstoßen auf die gemeinsamen Jahre spürbar wurde, mündete in Standing Ovations vom begeisterten Publikum. Die Musiker dankten es mit einer wunderbaren Zugabe und entließen die Gäste mit „Mercy, mercy, mercy“ von Cannonball Adderley. Auf Nachfrage bei Orchestergründer Lois Aichberger, wie er selbst diesen Abend erlebt habe, antwortet dieser: „Ich hatte gehörigen Respekt vor dem Auftritt, zum einen war ich bei den Proben noch nicht ganz zufrieden und zum anderen hat mich ein paar Tage vor dem Auftritt ein Infekt erwischt. Der Abend war aber ein Wahnsinn, ein bisschen wie im Traum. Alle meine Sorgen waren unbegründet. Ich bin froh, dass ich emotional nicht auf der Bühne zerbröselt bin. Das folgte danach, als Anspannung und Aspirin nachgelassen haben.“ 

Helga und Ernst Reitbauer kamen aus Hausmening. © NoKa
Veröffentlicht am 24. November 2025

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