Veröffentlicht am 10. Januar 2026

Großartiger musikalischer Auftakt für 2026

Der Musikverein Ybbsitz begeisterte am Abend des Neujahrstages mit einem abwechslungsreichen Konzert auf hohem Niveau

Kapellmeister Christoph Fuchsluger führte profund durchs abwechslungsreiche Programm. zVg

Mit einem festlichen und zugleich abwechslungsreichen Programm eröffnete der Musikverein Ybbsitz unter der profunden Leitung von Kapellmeister Christoph Fuchsluger am 1. Jänner 2026 das neue Jahr und verwandelte die Turnhalle der Mittelschule einmal mehr in einen stimmungsvollen Konzertsaal. Das traditionell gut besuchte Neujahrskonzert erwies sich als eindrucksvoller Beweis für die musikalische Qualität, stilistische Vielseitigkeit und den starken Gemeinschaftsgeist der Kapelle.

Bereits der Einzugsmarsch aus der Operette „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauss Sohn setzte einen glanzvollen Auftakt. Kraftvoll, präzise und mit feinem Gespür für den festlichen Charakter erklang der Marsch – ganz im Sinne jener berühmten Bemerkung Kaiser Franz Josephs, der darin eher den Klang einer offiziellen Militärparade als Theatermusik vernommen haben soll. Der Musikverein ließ diese historische Anekdote hörbar lebendig werden.

Von Strauss zu Sparke und wieder zurück

Mit „Saturday Serenade“ aus Manhattan von Philip Sparke folgte ein eleganter Kontrast. Sparke ist dem Ybbsitzer Publikum bereits aus den Neujahrskonzerten 2019 und 2025 bestens vertraut, und auch diesmal bestätigte sich die besondere Beziehung zwischen Komponist und Verein. Als Solist brillierte Andreas Pechgraber, seit 2019 Mitglied des Musikvereins, mit warmem Ton, technischer Sicherheit und musikalischer Reife. Sein Trompetensolo überzeugte durch lyrische Leichtigkeit ebenso wie durch stilistische Eleganz.

Rasant ging es weiter mit der Polka schnell „Auf der Jagd“ von Johann Strauss, deren sprühende Energie und rhythmische Präzision das Orchester mit sichtlicher Spielfreude umsetzte. Die virtuose Leichtigkeit dieser Polka sorgte für hörbare Begeisterung im Saal.

Spannende Musik des 20. Jahrhunderts

Ein besonderer Farbakzent des ersten Konzertteils waren zwei Sätze aus dem Orchesterwerk „Colors Blue & Yellow“ des belgischen Komponisten und Dirigenten Bert Appermont. Kapellmeister Christoph Fuchsluger traf mit der Auswahl der Sätze „Blue“ und „Yellow“ eine kluge Entscheidung. Die klangliche Tiefe von „Blue“ und die leuchtende Energie von „Yellow“ wurden eindrucksvoll herausgearbeitet. Hervorzuheben sind die Posaunensoli von Thomas Hinterleitner, seit 2021 Mitglied des Musikvereins, der mit seinem souveränen und ausdrucksstarken Spiel nachhaltig beeindruckte.

Mit „The Hounds of Spring“ von Alfred Reed, dem erfolgreichen Selbstwahlstück bei der Konzertmusikbewertung zu Mariä Empfängnis in Waidhofen, wo der Musikverein 91,5 Punkte in der anspruchsvollen Stufe D erreicht hatte, bewies der Musikverein erneut seine sinfonische Stärke. Dynamische Kontraste, rhythmische Präzision und klangliche Dichte machten diese Aufführung zu einem weiteren Höhepunkt.

„Ybbsitzer Mini Musi“ unter neuer Leitung

Nach der Pause sorgte der Nachwuchs für strahlende Gesichter: Stefan Riegler und Thomas Hinterleitner präsentierten mit der „Ybbsitzer Mini Musi“ zwei Stücke und zeigten eindrucksvoll, wie lebendig und zukunftsorientiert die Nachwuchsarbeit des Vereins ist. Die Fußstapfen ihrer Vorgängerin Marianne Schleifenlehner, die die „Ybbsitzer Mini Musi“ als „Kapelle Kunterbunt“ zwei Jahrzehnte lang aufgebaut hatte, sind groß. An ihrer präzisen Aufbauarbeit haben sich die beiden jungen Nachfolger sehr gut orientieren und sie fortsetzen können. Dem Musikverein braucht um seinen Nachwuchs jedenfalls nicht bang zu sein. Der begeisterte Applaus bestätigte die gelungene Darbietung.

Mit der „Polka mit Herz“ von Mathias Gronert setzte das Programm mit böhmischer Blasmusik fort. Als echter Publikumsliebling entfaltete das Werk seine ganze Wirkung – schwungvoll, charmant und mit viel Gefühl musiziert. Die herzliche Atmosphäre übertrug sich unmittelbar auf das Publikum.

Emotionale Höhepunkte, Filmmusik und Radetzkymarsch

Dramatisch und bildhaft wurde es mit „Anima Negra“ von Otto M. Schwarz, dem zweiten Wertungsstück aus der Blasmusik-Konzertmusikbewertung. Die musi­kalische Vision zweier junger Winzer auf Mallorca wurde farbenreich, spannungsvoll und mit großer Ausdruckskraft umgesetzt. Das ist sinfonische Blasmusik auf hohem Niveau.

Einen emotionalen Höhepunkt bildete schließlich „Moment for Morricone“, ein stimmungsvolles Medley zu Ehren des großen Ennio Morricone. Die legendären Westernmelodien aus den Sergio-Leone-Streifen „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Zwei glorreiche Halunken“ weckten starke Bilder und große Gefühle und wurden vom Orchester mit beeindruckender Intensität interpretiert.

Mit der Zugabe und dem abschließenden Radetzkymarsch von Johann Strauss Vater fand das Neujahrskonzert seinen traditionellen, mitreißenden Ausklang, rhythmisch begleitet vom begeisterten Publikum. Der Musikverein Ybbsitz bewies mit diesem Neujahrskonzert einmal mehr musikalische Exzellenz, stilistische Bandbreite und große Leidenschaft. Diese große Leistung machen nur die gute Ausbildungsarbeit der Musikerinnen und Musiker in der Musikschule und im Verein, die gemeinsame Probendisziplin und die exakte Führung durch Kapellmeister Christoph Fuchsluger möglich. Das Neujahrskonzert 2026 war ein würdiger und schwungvoller Start ins neue Jahr, der noch lange nachklingen wird. Durch das Programm führte Leo Lugmayr.

Ehrungen und Auszeichnungen

Obmann Lukas Heigl und Kapellmeister Christoph Fuchsluger überreichten im Rahmen des Konzerts Auszeichnungen und Ehrungen. Das bronzene Leistungsabzeichen erwarben im vergangenen Jahr Marie Wieser, Jonas Sperr, Felix Schallauer und Sophie Stockinger. Das silberne Leistungsabzeichen legte Georg Tazreiter ab. Das goldene Abzeichen erwarben Jonathan Rumpl und Michael Haselsteiner mit Auszeichnung.

Zum Ehrenmitglied des Musikvereins wurde Willi Wünsche ernannt. Er ist seit 58 Jahren treues und verlässliches Mitglied des Musikvereins, war jahrzehntelang im Vorstand tätig und hat sich als langjähriger umsichtiger Chef der „Aufbautruppe für Feste“ einen Namen gemacht und sich beim Bau des neuen Musikheimes als ehrenamtlicher „Polier vom Dienst“ große Verdienste erworben.

Das Schlagwerkregister bei der „Ybbsitzer Mini Musi“ zVg

Veröffentlicht am 10. Januar 2026

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