Kommentar von Herausgeber Leo Lugmayr über die Eisenstraße Niederösterreich
Am 22. November begeht die Eisenstraße NÖ ihr 35-jähriges Bestandsjubiläum. Grund, um in die Gründungsjahre zurückzublicken oder aber ein Grund, um nach vorne zu planen? Die Gründungsjahre: Am 28. September 1990 wurde der Verein „NÖ Eisenstraße“ im Kremayr-Haus, dem heutigen „FeRRUM“ in Ybbsitz, aus der Taufe gehoben. Die Rettung des montanhistorischen Erbes, dessen sukzessives Verschwinden Historiker und Regionsvordenker alarmiert und auf den Plan gerufen hatte, war der initiale Impuls für die Gründung eines Vereins.
Gründungsväter waren die Waidhofner Horst Weineck, Professor an der Montanuniversität Leoben, und Friedrich Allmer, Obmann des Musealvereins, sowie der Ybbsitzer Autor, Fotograf und Historiker Bertl Sonnleitner. Rasch mit an Bord waren die beiden Ybbsitzer, Bürgermeister Johann Six-Hönigl und Gemeinderat Günther Grimm, der erste Obmann der Eisenstraße. Als Wohltäter des Vereins und großzügiger Mäzen stand die Unternehmerfamilie Welser, insbesondere Waltraud Welser, dem Verein bei. 1991 wurde ein rudimentäres Büro im Haus Kremayr eingerichtet. Johannes Roßbacher und Anita Eybl pflanzten dort als Geschäftsführer und Geschäftsstellenleiterin auf einem schweren Eichentisch zwei Computer auf. 1996 erhielt die Region den Titel „Kulturpark“ und nahm als nächste Aufgabe die touristische Erschließung der Region wahr. Mit der Anerkennung als Leader-II-Region öffneten sich die Schleusen für EU-Fördermittel. 13 Themenwege wurden entwickelt, um Gästen und Einheimischen die Besonderheiten der Eisenstraße näherzubringen. Ein Highlight war 1998 die Umsetzung von 16 Leuchtturm-Veranstaltungen sowie zwei Ausstellungen in Waidhofen und Reinsberg, die 123.000 Besucher begeisterten.
Im Jahr 2000 fusionierte die NÖ Eisenstraße mit dem Tourismusverband Ötscherland zum „Kulturpark Eisenstraße-Ötscherland“. In der Folge setzte die Eisenstraße Impulse für Museen, Naturparke und die BioRegion. Zudem wurden Projekte zur Qualifizierung von Fachkräften und zur Identitätsstärkung der Region umgesetzt. Ein herausragendes Projekt dieser Phase war die „Dokumentation Eisenstraße“, bei der das Wissen der Region gesammelt wurde. Diese Initiative wurde mehrfach ausgezeichnet.
2007 setzte die Landesausstellung „Feuer & Erde“ neue Maßstäbe. Projekte wie die Eisenstraße-Tracht und spezielle Schulmaterialien stärkten die regionale Identität. 2014 markierte einen Wendepunkt: In einem Bürgerbeteiligungsprozess mit über 300 Personen wurde die Eisenstraße strategisch neu ausgerichtet. Unter dem Leitmotiv „Metal Highway – Europas Zentrum der Metallverarbeitung“ setzt man seither Schwerpunkte in der Fachkräftesicherung und Unternehmensgründung. Heute präsentiert sich die Eisenstraße als dynamische Drehscheibe mit 24 Mitgliedsgemeinden, fünf Zweigvereinen und über 100 Mitgliedsbetrieben.
Doch was soll die Zukunft bringen? Wohin entwickelt sich dieser Impulsgeber? Auf die Beantwortung dieser Frage dürfen wir gespannt sein, wenn am 22. November in Neubruck im Rahmen des 35. Geburtstagsfestes die Zukunft der Eisenstraße verhandelt wird.

