Festlicher Klangabend im Plenkersaal

Am Samstag, 21. März begeisterten die Jagdhornvereine Waidhofen und St. Leonhard/Walde mit zwei Gastgruppen im Plenkersaal im Konzert „Waidhofner Jagdhornklänge“ – bereits die achte Veranstaltung dieser Art.
Ein eindrucksvolles Zeichen gelebter Tradition und musikalischer Verbundenheit setzten die beiden Jagdhornvereine vor zahlreich erschienenem Publikum. Es entfaltete sich ein Abend, der gleichermaßen von klanglicher Präzision, heimatverbundener Stimmung und herzlicher Gemeinschaft getragen war. Den festlichen Auftakt gestalteten beide Jagdhornbläsergruppen gemeinsam mit dem „Waidhofner Jägermarsch“ von Johann Haydn. Bereits hier wurden die hohe musikalische Qualität und das harmonische Zusammenspiel der Ensembles deutlich. In ihren Begrüßungsworten hießen die Obmänner Johann Kogler und Hubert Moshammer die Gäste willkommen und unterstrichen die Bedeutung der Pflege jagdlicher Traditionen sowie der kameradschaftlichen Zusammenarbeit.

Europameister in ihrem Element
Im ersten Teil des Programms präsentierte der Jagdhornverein St. Leonhard/Walde mit Stücken wie „Waidhofner Jagdhornklänge“ von Sebastian Heigel und Josef Frühwald, „Gruß an St. Leonhard“ von Hermann Maderthaner jun. sowie der „Minneburg-Fanfare“ von Reinhold Stief ein klanglich abwechslungsreiches Repertoire. Es folgte das Quartett „s’Vierer Gspaun“, das mit schwungvollen Darbietungen wie dem NÖ Weinhauermarsch, „Im Droadkostn“ und „S’kost jo nix“ für beschwingte Unterhaltung sorgte. Einen volksmusikalischen Akzent setzte anschließend die „Kiahbergmusi“, die mit Stücken wie „Beim Hans in der Stubn“, „Bei da Nacht is finster“ und dem „Gamsjagamarsch“ für authentische, bodenständige Stimmung sorgte.

Vorbereitung auf einen Auftritt bei Papst Leo XIV.?
Der Jagdhornverein Waidhofen knüpfte daran mit Werken wie „Jagdstück“ von Reinhold Stief, „Jagd der Herzen“ von Hubert Ritzinger und Clemens Hager sowie „Ländliches Bild“ von Karl Stiegler an und überzeugte mit fein abgestimmtem Klang und Ausdrucksstärke. Kein Wunder, sind die Waidhofner doch im Vorjahr bei der Europameisterschaft der Jagdhornmusik in Polen mit der Europameister-Trophäe heimgekehrt. Doch eine großartige Herausforderung wartet auf die Waidhofner noch heuer im Herbst. Sie sind von 3. bis 5. Oktober auf Vermittlung von Michael Schmidtkunz bei Papst Leo XIV. im Vatikan eingeladen und werden dort eine Generalaudienz des Pontifex maximus musikalisch umrahmen und ein für den Papst eigens in Auftrag gegebenes Stück uraufführen. Weiters gestalten sie dort die Abendmesse der Schweizer Garde und geben anschließend im Hofgarten der Garde noch ein Konzert. Sie sind nicht zum ersten Mal Gäste eines katholischen Kirchenoberhauptes. Sie haben auch schon vor Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus gespielt und sind damit wohl die einzige Jagdhorngruppe der Welt, die bereits vor drei Päpsten musiziert hat.
Unterhaltung auf hohem Niveau
Nach einer kurzen Pause eröffnete der Jagdhornverein Waidhofen den zweiten Teil mit der „Feierlichen Indrade“ von Anton Sollfelner und „Echo der Wälder“ von Ludwig Leisser. „s’Vierer Gspaun“ setzte das Programm mit „Fürn Markus“ und dem „Marsch der Steirer“ fort, ehe die „Kiahbergmusi“ mit „Steirische Rosskur“ und „Alles Glück dieser Erde“ erneut ihre musikalische Vielseitigkeit unter Beweis stellte. Den Abschluss der Einzelbeiträge bildete der Jagdhornverein St. Leonhard/Walde mit der „Jagd-Anblasen-Fanfare“ von Josef Schantl und „Echo aus dem grünen Wald“ von Henri Kling. Mit viel Charme, Witz und Fachkenntnis führte Radiomoderator Karl Lenz durch den Abend. Er verstand es, das Publikum sowohl informativ als auch unterhaltsam durch das Programm zu begleiten.

Lob von allen Seiten
In ihren Dankesworten würdigten Bürgermeister Werner Krammer sowie Landesjägermeister-Stellvertreter Franz Hochholzer die Leistungen der Musikerinnen und Musiker und betonten die kulturelle Bedeutung solcher Veranstaltungen für die Region. Auch die Jagdhornbläser selbst richteten Worte des Dankes an alle Mitwirkenden und Unterstützer. Den feierlichen Schlusspunkt aber setzte das gemeinsame „Österreichische Jägerlied“ von Anton Wunderer, vorgetragen von beiden Jagdhornvereinen. Die beiden Jagdhornbläsergruppen überzeugten mit einer bemerkenswerten klanglichen Geschlossenheit und sauber abgestimmten Einsätzen. Besonders hervorzuheben, ist die präzise Intonation, die den Stücken durchwegs eindrucksvolle Klarheit und Ausdruckskraft verlieh. Mit viel Feingefühl für Dynamik und Phrasierung gelang es den Musikerinnen und Musikern, die charakteristische Klangsprache der Jagdhornmusik authentisch zu vermitteln. Insgesamt präsentierte sie sich auf einem hohen musikalischen Niveau und beeindruckte durch ihre stilistische Sicherheit und Spielfreude. Ein rundum gelungener Konzertabend, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.


