Kommentar von Herausgeber Leo Lugmayr über die Landesausstellung in Mauer

Mit der Eröffnung der NÖ Landesausstellung im Landesklinikum Mauer zeitgerecht zu den Osterfeiertagen rückt ein Thema in den Mittelpunkt, das aktueller kaum sein könnte: „Wenn die Welt Kopf steht – Mensch. Psyche. Gesundheit.“. In einer Zeit, in der Krisen, Kriege und gesellschaftliche Umbrüche viele Menschen verunsichern, setzt die Ausstellung ein starkes Zeichen für Bewusstsein, Dialog und Enttabuisierung psychischer Gesundheit. Dieses Thema aufzubereiten, ist Ausstellungsleiter Erwin Klissenbauer, dem wissenschaftlichen Leiter Armin Laussegger, dem beratenden Ärzteteam um Primar Paulus Hochgatterer und den Kuratoren brillant gelungen. Doch die Bedeutung dieser Landesausstellung geht weit über ihren inhaltlichen Anspruch hinaus. Sie ist auch eine große Chance für die gesamte Region Mostviertel – insbesondere für das Ybbstal und die Statutarstadt Waidhofen. Großveranstaltungen wie diese bringen nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch Besucherströme, die weit in die umliegenden Gemeinden ausstrahlen. Gastronomie, Hotellerie und regionale Betriebe profitieren unmittelbar, während gleichzeitig langfristige Impulse für den Tourismus gesetzt werden.
Gerade das Ybbstal kann sich im Zuge der Landesausstellung als attraktive Ausflugs- und Erholungsregion positionieren. Dies ist schon zweimal gelungen: einmal mit der Drei-Länder-Ausstellung „Österreichische Eisenstraße“ im Jahr 1998 und ein zweites Mal ganz besonders mit der Landesausstellung 2007 „Feuer und Erde“, die mehr als 300.000 Besucherinnen und Besucher ins Ybbstal brachte. Die Kombination aus Natur, Bewegung und kulturellem Angebot passt ja geradezu ideal zum Ausstellungsthema: Wer sich mit psychischer Gesundheit beschäftigt, sucht oft auch Orte der Ruhe und Entschleunigung. Hier liegen große Chancen, nachhaltige touristische Konzepte zu stärken und neue Zielgruppen anzusprechen.
Für Waidhofen eröffnet sich darüber hinaus die Möglichkeit, sich als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum im Ybbstal noch stärker zu profilieren. Die Stadt kann mit ihrem historischen Stadtkern, ihrem vielfältigen Veranstaltungsangebot und ihrer guten Infrastruktur als Drehscheibe für Besucher dienen. Wenn es gelingt, die Landesausstellung klug mit regionalen Initiativen zu verknüpfen, kann daraus ein nachhaltiger Entwicklungsschub entstehen. Gleichzeitig bietet das Thema „Mensch. Psyche. Gesundheit.“ auch eine Chance für die Region, sich inhaltlich zu positionieren. Gesundheitsangebote, Prävention, soziale Einrichtungen und innovative Projekte könnten stärker vernetzt und sichtbar gemacht werden. Die Ausstellung wird so nicht nur zum temporären Ereignis, sondern zum Ausgangspunkt für langfristige Impulse im Gesundheits- und Sozialbereich.
Am Ende hängt der Erfolg jedoch davon ab, wie gut es gelingt, die Region als Ganzes mitzudenken. Die Landesausstellung darf kein isoliertes Event bleiben, sondern muss als gemeinsames Projekt verstanden werden. Wenn Gemeinden, Betriebe und Institutionen zusammenarbeiten, kann aus „Wenn die Welt Kopf steht“ ein stabilisierender Faktor werden: wirtschaftlich, gesellschaftlich und menschlich. Die Chance ist da. Jetzt gilt es, sie zu nutzen.

