Die schlechte Nachricht: Der Budgetabgang bleibt. Die gute Nachricht: Das Defizit kann von zwei Millionen auf 720.000 Euro reduziert werden

Am Dienstag gaben Bürgermeister Werner Krammer, Vizebürgermeister Armin Bahr und Stadtrat Martin Dowalil einen Ausblick auf das Gemeindebudget 2026. Die Lage ist ernst. Hintergrund sind die veränderten finanziellen Rahmenbedingungen mit sinkenden Einnahmen und zugleich unverhältnismäßig steigenden Umlagen und wachsenden Personalkosten.
Deutliche Verschlechterung seit 2022
Für Waidhofen bedeutet das: Die Umlagen an das Land NÖ sind zwischen 2022 und 2025 um 1,8 Millionen Euro gestiegen, die Personalkosten sind im selben Zeitraum um vier Millionen Euro gewachsen, und der Zinsaufwand erhöhte sich um rund eine Million Euro. Die Mehreinnahmen bei der Kommunalsteuer von 800.000 Euro sind vergleichsweise mager und können dies nicht ausgleichen. Die Schere zwischen den Einnahmen und Ausgaben hat sich seit 2022 um sechs Millionen verschlechtert.
Die Stadt reagierte auf die Entwicklung bereits 2024 mit dem Beginn der Haushaltskonsolidierung. Krammer: „Es geht in die richtige Richtung und die Maßnahmen zeigen Wirkung. Es wird uns gelingen, das negative Nettoergebnis von rund zwei Millionen Euro im Nachtragsvoranschlag 2025 auf ein Minus von 720.000 Euro im Voranschlag 2026 zu reduzieren.“ Es wurden bereits in Verwaltung, Organisation und Gebührenstruktur Anpassungen vorgenommen.
Investitionen in die Bildung, wo möglich da kostensparend
Parallel zur Konsolidierung investiert die Stadt knapp zwölf Millionen Euro in Bildungsinfrastruktur – unterstützt durch Fördermittel
von rund fünf Millionen Euro aus der Betreuungsoffensive des Bundes. „Wir wollen klare Prioritäten setzen“, so Vizebürgermeister Armin Bahr: „Auch in dieser angespannten Situation werden wir konsequent in die Bildung unserer Kinder und in Familien investieren, um Waidhofen als familienfreundlichen Standort zu stärken.“ In Windhag wird der Kindergarten kostensparend in das bestehende Schulgebäude übersiedelt. In Konradsheim wird die Volksschule neu gebaut. Für
St. Georgen/Klaus wird eine zweite Gruppe in eine dauerhafte Lösung übergeführt, zusätzlich entsteht ein Turnsaal. Im Kindergarten Pocksteinerstraße wird der Kindergarten 2026 erweitert. Im Kindergarten Vitzthumstraße werden 2027 und 2028 weitere Gruppen eröffnet. In Windhag wurde bereits 2025 der Heizungstausch vorgenommen. „Der ökologische Anspruch der Stadt fließt in alle Planungs- und Bauentscheidungen ein“, hält Stadtrat Martin Dowalil fest. „In Windhag wurde bereits 2025 ein erster Schritt mit dem Heizungstausch gesetzt. Für die kommenden Bauvorhaben strebt Waidhofen den klimaaktiv Gold-Standard an – die höchste Auszeichnung für nachhaltige Gebäude in Österreich.“
Moderne Einsatzstrukturen
Im Bereich Sicherheit setzt Waidhofen mit dem Neubau und der Zusammenlegung der Feuerwehren Stadt und Zell ein Zeichen. Am Standort Kreilhof wird eine moderne Einsatzinfrastruktur entstehen. „Das vergangene Jahr hat gezeigt, wie viel möglich ist, wenn alle Bereiche konsequent und gut zusammenarbeiten: Politik, Verwaltung, Kooperationspartner und Bevölkerung“, sagt Bürgermeister Werner Krammer.
Budget 2026: Waidhofen verbindet Verantwortung mit Zukunftsorientierung
Krammer, Bahr und Dowalil haben die zentralen Inhalte und Ziele des laufenden Konsolidierungsprozesses vorgestellt und zugleich einen ersten Ausblick auf das Gemeindebudget 2026 gegeben.
Hintergrund für den Budgetausblick 2026 sind die veränderten finanziellen Rahmenbedingungen, die derzeit viele Städte und Gemeinden vor vergleichbare Herausforderungen stellen: sinkende Einnahmen, steigende verpflichtende Umlagen und anwachsende Personalkosten. Für Waidhofen bedeutet das aktuell: Die Umlagen an das Land NÖ sind zwischen 2022 und 2025 um 1,8 Millionen Euro gestiegen, die Personalkosten sind im selben Zeitraum um 4 Millionen Euro gestiegen und der Zinsaufwand erhöhte sich um rund 1 Million Euro. Die Mehreinnahmen bei der Kommunalsteuer in der Höhe von 0,8 Millionen Euro können dies nur bedingt ausgleichen, sodass sich die Schere zwischen den wesentlichen Einnahmen und Ausgaben seit 2022 um 6 Millionen verschlechtert
hat.
Konsolidierung bereits eingeleitet
Die Stadt Waidhofen reagierte auf die absehbare Entwicklung bereits im Jahr 2024 mit dem Beginn der Haushaltskonsolidierung und strukturierten Maßnahmen. Bürgermeister Krammer gibt auch einen ersten Ausblick auf den Voranschlag 2026: „Es geht in die richtige Richtung und die gesetzten Maßnahmen zeigen Wirkung. Eine verantwortungsvolle Mischung aus Sparmaßnahmen und Einnahmensteigerung soll zu einer Verbesserung im Nettoergebnis führen. Es wird uns gelingen, das negative Nettoergebnis von rund 2 Millionen Euro im Nachtragsvoranschlag 2025 auf ein Minus von 720.000 Euro im Voranschlag 2026 zu reduzieren.“
Im Rahmen der Konsolidierung wurden in Verwaltung, Organisation und Gebührenstrukturen umfassende Anpassungen vorgenommen. Dazu zählen Effizienzsteigerungen in Abläufen, eine Neubewertung von Projekten und Investitionen sowie maßvolle Anpassungen kommunaler Entgelte. Zudem prüft die Stadt die Möglichkeit eines strategischen Vermögenstausches, um künftige Großprojekte – insbesondere im Bildungsbereich – finanzierbar zu halten.
Einsparungen in allen Bereichen
Mit Blick auf das Budget 2026 zeichnen sich weiterhin strenge Prioritätensetzungen ab. Einsparungen in allen Bereichen der Verwaltung und weitere moderate Gebührenerhöhungen werden notwendig sein, um Handlungsspielräume zu sichern und Rücklagen aufzubauen. „Wichtig für die Zukunft der Stadt ist“, betont Bürgermeister Werner Krammer, „dass wir uns weiterhin an unserem Leitbild Waidhofen 2035 orientieren. Natürlich müssen wir Abstriche machen und klare Prioritäten setzen, aber wir werden auch künftig in die Bereiche Bildung, Sicherheit, Wirtschaft und Ökologie investieren.“ Die Stadt Waidhofen verstehe den Prozess der Haushaltskonsolidierung nicht nur als wirtschaftlich notwendigen Schritt, sondern auch als Chance. „Unser Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der Stadt langfristig zu erhalten und gleichzeitig jene Bereiche zu stärken, die für die Lebensqualität entscheidend sind. Dazu zählen vor allem Bildung, Sicherheit, Infrastruktur und Wirtschaft. Und das alles unter einem möglichst ökologischen Gesichtspunkt“, so Bürgermeister Krammer.
Ausblick 2026: Investitionen in Bildung als zentrale Aufgabe
Parallel zur Haushaltskonsolidierung setzt Waidhofen Schritte, um diese zentralen Zukunftsbereiche weiter auszubauen. In den kommenden drei Jahren investiert die Stadt knapp 12 Millionen Euro in moderne Bildungsinfrastruktur – unterstützt durch Fördermittel in Höhe von rund 5 Millionen Euro aus der bundesweiten Betreuungsoffensive.
Investitionen in Bildung
In Windhag wird der Kindergarten in das bestehende Schulgebäude übersiedelt. Dadurch entfällt nicht nur die Miete für den Pfarrhof, sondern es entsteht auch ein zeitgemäßes Bildungsgebäude mit einer zusätzlichen Kleinkindgruppe. In Konradsheim entsteht ein Neubau der Volksschule. Für St. Georgen wird eine provisorische zweite Gruppe in eine dauerhafte Lösung übergeführt, zusätzlich entsteht ein zeitgemäßer Turnsaal. Damit wird ein seit Jahren bestehender Raumfehlbestand korrigiert und der Standort deutlich gestärkt.
Auch an weiteren Standorten setzt die Stadt klare Prioritäten. Im Landeskindergarten II, Pocksteinerstraße, wird der Kindergarten 2026 erweitert. Im Landeskindergarten III, Vitzthumstraße, werden 2027 und 2028 weitere, vom Land bewilligte Gruppen, umgesetzt, um den steigenden Betreuungsbedarf zu decken.
Neben Energieeffizienz zählen dabei auch Planungs- und Ausführungsqualität, die Auswahl ökologischer Baustoffe sowie Komfort und Raumluftqualität. Der formale Beitritt soll noch im Dezember beschlossen werden. Besonders beim Neubau in Konradsheim gelten die Gold-Standards als verbindliche Vorgabe. Auch im Bereich der Mobilitäts- und Straßenbaumaßnahmen bleibt die Stadt ihrer Linie treu: Entsiegelung bleibt fix verankerte Prämisse. Damit trägt Waidhofen nicht nur zur Klimawandelanpassung bei, sondern setzt sichtbare Schritte für ein zukunftsorientiertes Stadtbild.
Moderne Sicherheitsstrukturen und Standortsicherung
Im Bereich Sicherheit setzt die Stadt mit dem geplanten Neubau und der Zusammenlegung der Feuerwehren Stadt und Zell ein deutliches Zeichen. Am Standort Kreilhof wird eine moderne, leistungsfähige Einsatzinfrastruktur entstehen, die den künftigen Anforderungen gerecht wird.
Für Krammer steht fest: „Wirtschaftliche Stärke und nachhaltige Standortentwicklung wird künftig noch stärker durch Kooperationen geprägt sein. Waidhofen richtet den Blick bewusst über die eigene Gemeindegrenze hinaus und setzt auf interkommunale Zusammenarbeit. Gerade in herausfordernden Zeiten gewinnt dieser Ansatz an Bedeutung, weil viele Aufgaben nur gemeinsam effizient und wirtschaftlich sinnvoll zu bewältigen sind.“
Waidhofen verstehe sich in allen Bereichen als verlässlicher Partner. Die Stadt setzt auf stabile, langfristige Kooperationen und auf eine konsequente, strukturierte Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden, regionalen Institutionen und Wirtschaftspartnern. Beteiligung ist dabei ein zentrales Prinzip. Das zeigt sich etwa an den umfassenden Workshops zu neuen Organisationskonzepten im Bildungsbereich, an denen Verwaltung, Pädagoginnen und Pädagogen sowie externe Expertinnen und Experten gemeinsam gearbeitet haben. „Das vergangene Jahr hat gezeigt, wie viel möglich ist, wenn alle Bereiche konsequent und gut zusammenarbeiten: Politik, Verwaltung, Kooperationspartner und Bevölkerung – gemeinsam gestalten wir Waidhofen“, bedankt sich Bürgermeister Werner Krammer bei den Fraktionen im Gemeinderat und der Verwaltung, dass dieser Budget-Voranschlag für 2026 so möglich wurde.

