Das „Ensemble Mosaik“ vom Waidhofner Kammerorchester stimmte sich musikalisch auf den Frühling ein

Das Waidhofner Kammerorchester läutete am vergangenen Wochenende mit seinem Frühjahrskonzert eindrucksvoll die neue Jahreszeit ein. Sowohl in der stimmungsvollen Stiftskirche Seitenstetten am Samstagabend, 21. März, als auch in einer Matinee im Schlosscenter Waidhofen am Sonntag, 22. März, begeisterte das Orchester in seiner präzisen Besetzung als „Ensemble Mosaik“ das Publikum mit einem abwechslungsreichen und klanglich fein abgestimmten Programm.
Pracht der Concerti grossi von Corelli und Vivaldi
Bereits mit Arcangelo Corellis Concerto grosso op. 6 Nr. 9 zeigte das Orchester seine stilistische Sicherheit und feine Klangkultur. Die barocke Eleganz setzte sich in Antonio Vivaldis Concerto grosso op. 3 Nr. 11 fort, das mit lebendiger Artikulation und präzisem Zusammenspiel überzeugte. Hier wurde die große Musizierfreude des Ensembles ganz besonders spürbar, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Konzert zog.
Besondere Höhepunkte waren die Auftritte der Waidhofner Sopranistin Julia Heigl, einer Sängerin mit großem Potenzial, die in der Brillanz und Reife ihrer Stimme angekommen ist. Mit ihrer strahlenden, klar geführten Stimme verlieh sie den Arien aus Händels Opern „Julius Cäsar“, „Alcine“ und „Rinaldo“ eine berührende Ausdruckskraft. Ihr Sopran bestach durch Leuchtkraft in der Höhe, warme Klangfarben in der Mittellage und eine bemerkenswerte Leichtigkeit in den Koloraturen. In Mozarts Konzertarie „Schon lacht der holde Frühling“ (KV 580a) entfaltete sie eine geradezu frühlingshafte Frische und gestaltete die musikalischen Phrasen mit großer Sensibilität und Eleganz. Das Orchester erwies sich dabei als aufmerksamer und feinfühliger Partner, der die Solistin stets trug, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Diese ausgewogene Balance zeugte von der sorgfältigen Probenarbeit und dem hohen musikalischen Niveau des Klangkörpers.

Bei Maestro Sobotka in besten Händen
Unter der Leitung von Dirigent Wolfgang Sobotka präsentierte sich das Waidhofner Kammerorchester in bestechender Form. Seine klare, stringente Zeichengebung sorgte für präzise Einsätze, transparente Strukturen und eine durchdachte Dramaturgie, die sich auch darin äußerte, dass man bis zuletzt an der Reihenfolge der Musikstücke feilte und sie kurz vor den Konzerten noch neu reihte. Bei aller Vehemenz ließ Sobotka dem Ensemble genügend Raum für musikalische Entfaltung, was die spürbare Spielfreude zusätzlich beflügelte.
Den glanzvollen Abschluss bildete Händels „Feuerwerksmusik“, die mit festlichem Klang und energetischer Präsenz das Publikum mitriss. Ihre strahlende, pompöse Klangwirkung, die die Blasinstrumente und das Schlagwerk besonders fordert, verleiht der Musik bestechende Dynamik, die dadurch besonders kraftvoll zur Geltung kommt. Die feierliche Ouvertüre, das lebhafte Bourrée, das ruhige „La Paix“ (der Frieden) und das schwungvolle „La Réjouissance“ (die Freude) formte Sobotka zu einer Mischung aus Feierlichkeit, Triumph und ausgelassener Feststimmung. Hier verbanden sich klangliche Pracht und rhythmische Prägnanz zu einem fulminanten Finale, das mit begeistertem Applaus honoriert wurde. Das Frühlingskonzert erwies sich in Seitenstetten wie Waidhofen als rundum gelungener musikalischer Auftakt in den Frühling, getragen von künstlerischer Qualität, spürbarer Begeisterung und einer Solistin, deren strahlende Stimme das Publikum geradezu hinriss und begeisterte.

