Veröffentlicht am 28. Mai 2026

Naturpark Ybbstal betreut ein neues Projekt

Eine Orchideenwiese für den Steinkrebs

Orchideenwiese für den Steinkrebs zVg

In Opponitz befinden sich zwei große Wiesen, die noch einen bemerkenswerten Bestand von Knabenkräutern und anderen seltenen Pflanzen aufweisen. Durch eine intensive Bewirtschaftung (dreimaliger Schnitt pro Jahr und Düngung) droht dieser Bestand zu verschwinden. Nun wurde mit dem zuständigen Bauern vereinbart, maximal zweimal zu mähen – das erste Mal Anfang Juli nach Aussäen der Knabenkräuter. Es werden keine Düngemittel und keine Gülle mehr aufgebracht. Man kann sich nun erwarten, dass in den nächsten Jahren der Bestand an Knabenkräutern und seltenen Pflanzen (Narzissen) erhalten bleibt und sich stabilisiert. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von David Bock von Coop­Natura. Er wird die vegetationskundliche Erhebungen durchführen und eine naturschutzfachliche Bewertung und Potenzialabschätzung der Wiesenstücke vornehmen. Damit können die geeigneten Managementmaßnahmen für die Bewirtschaftung eruiert werden, damit der Artenreichtum gesichert und erhöht wird. 

Langfristiges Qualitätsmonitoring

Als weitere Maßnahme sollen einfach erkennbare Pflanzenarten definiert werden, die als Indikatoren für die naturschutzfachliche Wertigkeit des Bestandes herangezogen werden können. Ein langfristiges Qualitätsmonitoring kann so vergleichsweise einfach, z. B. auch von Schulklassen im Rahmen des Biologieunterrichtes, durchgeführt werden.

Parallel dazu wird Ronnie Walcher vom Naturpark Ybbstal die Wanzenpopulation sowie die Tagfalter- und Hummelvorkommen auf den beiden Wiesenflächen erfassen und bestimmen. Wanzen gelten dabei als sensible Indikatoren für die Bewirtschaftungsintensität von Grünlandflächen: Bei intensiver Nutzung nehmen ihre Bestände und die Artenvielfalt meist rasch ab. Die Kartierung von Tagfaltern und Hummeln ist zudem besonders wichtig, da beide Gruppen eine zentrale Rolle als Bestäuber spielen und gleichzeitig wertvolle Hinweise auf den ökologischen Zustand sowie die Biodiversität von Grünlandlebensräumen liefern.

Nebenbei befindet sich das Wiesenstück in der Nachbarschaft eines der letzten ursprünglichen Verbreitungsgebiete des Steinkrebses im Ybbstal. 

Das Projekt wird vom Naturpark Ybbstal in Zusammenarbeit mit einem privaten Sponsor durchgeführt. 

Veröffentlicht am 28. Mai 2026

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