Veröffentlicht am 6. Juli 2026

Naturpark Ybbstal verbindet Artenkenntnis mit Umweltbildung

Wer lebt da im Bach? Volksschule Opponitz entdeckt den seltenen Steinkrebs

Gruppenfoto mit allen Kindern und Pädagogen und Bernadette Pree (Naturpark Ybbstal), Mario Wührer (Landtagsabgeordneter und Obmann Naturpark Ybbstal), Ronnie Walcher (Naturpark Ybbstal), Andreas Riedler (Vizebürgermeister Opponitz), Evelyn Infanger-Misof (Direktorin VS Opponitz) (v. l.) © VS Opponitz

Im Naturpark Ybbstal haben sich rund 36 Schüler der VS Opponitz über ein ganzes Semester hinweg mit einer bedrohten heimischen Art beschäftigt: dem Steinkrebs, der in den Bächen rund um Opponitz noch vorkommt. Begleitet von Naturpark-Expertin Bernadette Pree näherten sich beide Klassen dem scheuen Tier in einem Workshop, bei Lesestunden, einer Bachwanderung und einem eigens gestalteten Bewegungsspiel. Die dabei entstandenen Poster sind bis Schulschluss in der Aula zu sehen.

Größte Gefahr: Krebspest

Im Zentrum stand das Verstehen einer Art, die den meisten unbekannt ist. Die Kinder lernten, den Steinkrebs vom eingeschleppten Signalkrebs zu unterscheiden – ein Unterschied, der über das Überleben ganzer Bestände entscheidet. Denn die größte Gefahr für die heimische Art ist die Krebspest: Ein Pilz, den nord­amerikanische Flusskrebse wie Signal- und Kamberkrebs übertragen, wirkt auf den Steinkrebs fast immer tödlich und kann Populationen innerhalb weniger Wochen vernichten. Erschwerend kommt hinzu, dass diese invasiven Verwandten die heimische Art als robustere Konkurrenten verdrängen. Dazu setzen ihr begradigte Bäche, Wasserverschmutzung und die genetische Isolation kleiner Restvorkommen zu. Diese Belastungen werden vom Klimawandel weiter verschärft. Umso wichtiger ist es, schon früh ein Bewusstsein für diese Zusammenhänge zu schaffen – genau hier setzte das Projekt an.


Bernadette Pree vom Naturpark Ybbstal zeigt den Kindern einen Signalkrebs, die Scheren sind an der Unterseiter orange/türkis. Beim Steinkrebs sind sie beige. © VS Opponitz

Artenkenntnis und Naturschutz

Ebenso zentral war die aktive Rolle der Kinder. Bei der Bachwanderung beobachteten sie Insektenlarven und lernten den Wasserkreislauf am lebendigen Beispiel kennen. So wurden ökologische Zusammenhänge nicht nur erklärt, sondern erlebbar. Mit den selbst gestalteten Postern tragen die Schüler ihr Wissen schließlich in die ganze Schule.

So entstand ein sichtbares Zeichen für Artenkenntnis und Naturschutz in der Region. Das Projekt schärft den Blick junger Menschen für eine unscheinbare, aber wertvolle Art und zeigt, dass deren Schutz beim Verstehen beginnt. Zugleich stärkte es die Zusammenarbeit zwischen Schule und Naturpark.

Das Schulprojekt ist Teil der Initiative „Wasser voller Leben“, die BIPA als offizieller Partner der Naturparke Österreichs seit 2023 unterstützt und Kinder österreich­weit auf kreative Weise mit der Natur verbindet.

Veröffentlicht am 6. Juli 2026

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