Veröffentlicht am 28. August 2026

Notfallversorgung im Ybbstal

Waidhofner Stadtregierung fordert Einhaltung der Landeszusagen

V. l.: StRMartin Dowalil (Liste FUFU), Bgm. Werner Krammer (WVP) und Vizebgm. Armin Bahr (SPÖ) © Stadt Waidhofen a/d Ybbs

Bereits im April 2027 soll die Schließung des Waidhofner Notarztstützpunkts im Rahmen des Gesundheitsplans 2040+, den alle Fraktionen der Landesregierung – VPNÖ, FPÖ NÖ und SPÖ NÖ – im März 2025 beschlossen haben, erfolgen. Nun meldet sich die Stadtregierung von Waidhofen mit einem klaren Appell zur künftigen Notfallversorgung im Ybbstal zu Wort. Der Notarztstützpunkt Waidhofen soll im April 2027 nur dann in ein neues System überführt werden, wenn zwei zentrale Punkte erfüllt sind: „Neben dem Rettungshubschrauber Chris­tophorus 15 braucht es in den Nachtstunden ein weiteres Notarztmittel für den südlichen Bezirk Amstetten. Die Rot-Kreuz-Standorte in Waidhofen, Kematen und Hollenstein müssen zudem mit ausreichend Notfallsanitätern mit der entsprechenden Notfallkompetenz ausgestattet sein“, betonen Bürgermeister Werner Krammer (WVP), Vizebürgermeis­ter Armin Bahr (SPÖ) und Stadtrat Martin Dowalil (Liste FUFU). Diese Punkte wurden vonseiten des Landes Niederösterreich bereits zugesagt und daher möchte sie die Stadtregierung am Beginn des Verhandlungsherbstes nochmals in Erinnerung rufen.

Die vom Komitee „Herzalarm“ rund um Primarius a. D. und Ini­tiator Alfred Lichtenschopf im Herbst 2025 ins Leben gerufene Petition, die sowohl von der Stadt Waidhofen als auch den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden im Ybbs- und Ennstal unterstützt wurde, unterschrieben 17.000 Menschen und in St. Pölten vorgelegt. „Wir danken für die bisherigen konstruktiven Gespräche mit den zuständigen Landespolitikern. Wir sind auch für jede Alternative, die eine vergleichbare Qualität bietet, offen. Wie zum Beispiel für eine länderübergreifende Initiative mit Ober­österreich und der Steiermark, aber die Lösung muss jetzt in trockene Tücher gebracht werden“, betonen die drei Stadtpolitiker.

Ybbstal als notfallmedizinische Pilotregion

Das Notfallsystem in Nieder­österreich hat sich in der Vergangenheit bewährt. „Darauf können wir gemeinsam aufbauen“, sagt Bürgermeister Werner Krammer. Eine zielgerichtete Weiterentwicklung gewährleistet die hohe Versorgungssicherheit langfristig. In der Bezirksstelle des Roten Kreuzes Waidhofen werden bereits die Vorbereitungen getroffen, damit ausreichend Notfallsanitäter mit der Notfallkompetenz Venenzugang und Infusion (NKV) an den drei Dienststellen vor Ort sind. Die Stadtverantwortlichen von Waid­hofen fordern daher einen raschen Abschluss der Verhandlungen im Sinne der gesamten Region: „Wir sind definitiv zuversichtlich und bauen auf die Partnerschaft mit dem Land Nieder­österreich.“ Positive Vorgespräche gab es bereits mit den Landesräten Eva Prischl, Anton Kasser sowie mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. „Wir setzen auf Notruf NÖ und die Rettungsorganisationen, die ihre Expertise täglich unter Beweis stellen. Nicht angebracht ist hingegen Alarmismus, der nur populistischen Positionen Vorschub leistet“, stellt die Stadtregierung klar. Mit einer Idee lässt Armin Bahr aufhorchen: „Es wäre sinnvoll, wenn das Land Niederösterreich das Ybbstal als Pilotregion auswählen würde. Zusätzlich zum geplanten System mit Notfallsanitätern in Waidhofen, Kematen, Hollenstein sowie Hubschrauber sollte weiterhin ergänzend ein Notarzt als Backup vor Ort sein. Nach einem Jahr wäre die Möglichkeit einer ehrlichen Evaluierung, ob das Modell ohne NEF möglich ist oder nicht und entsprechend den Erfahrungen könnte man Verbesserungen vornehmen.“

Veröffentlicht am 28. August 2026

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