Die Aufstellung des neuen Prochenbergkreuzes unweit der Aussichtswarte und der Alpenvereinshütte setzt ein weithin strahlendes Zeichen für die Region

Die Prochenberghütte ist mit Errichtung im Jahr 1888 die älteste Alpenvereinshütte Niederösterreichs. Der 1886 gegründete „Bote von der Ybbs“ berichtete damals in seinem zweiten Erscheinungsjahr bereits über den Bau und die feierliche Eröffnung der Hütte. Genauso feierlich wurde nun am 15. Juli die Aufstellung eines neuen Prochenbergkreuzes begangen. Das von Schmiedemeister Sepp Eybl entworfene und schmiedetechnisch aus Welser-Profilen gefertigte Kreuz wurde unter großer Beteiligung der Bevölkerung und der Mitglieder des Alpenvereins am Marktplatz vom Seitenstettner Altabt Berthold Heigl und Dechant Pfarrer Pater Jacobus Tisch gesegnet und in der Folge per Helikopter auf den 1.123 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Gipfel des Ybbsitzer Hausbergs befördert.

Stifter Familie Welser: anlässlich des 360-jährigen Firmenjubiläums
Die Kosten für die Herstellung und Aufstellung wurden von der Ybbsitzer Familie Welser übernommen. Welser-Profile-Geschäftsführer Thomas Welser betonte in seiner Ansprache die hohe Symbolkraft des Werkes, wonach der 360-Grad-Rundumblick vom Gipfelkreuz numerisch dem 360-jährigen Bestandsjubiläum der Firma entspricht. Sowohl die Konstruktion, die Statik und die Transport- und Aufstellungslogistik wurden von Mitarbeitern der Firma Welser Profile gemeinsam mit Sepp Eybl entwickelt. „Jeder hat sich bestmöglich eingebracht und damit das Kreuz zu einem Symbol eines beeindruckenden gemeinsamen Teamworks gemacht“, so Thomas Welser. „Es waren zehn Menschen am Werk, darunter fünf Schmiede, Statiker, aber auch Lehrlinge“, betonte Harald Kirchberger, Projektbetreuer seitens der Firma Welser.

Mit einer gemeinsamen Wanderung und der Segnung des neuen Gipfelkreuzes durch den Seitenstettner Altabt Berthold Heigl und Dechant Pfarrer Jacobus Tisch wurde am Prochenberg „ein sichtbares Zeichen für Zusammenhalt, Ehrenamt und Heimatverbundenheit“ gesetzt, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die zu diesem Anlass angereist war. Das viereinhalb Meter hohe und drei Meter breite Gipfelkreuz wurde per Hubschrauber auf den Gipfel transportiert. Es zeige perfekt, dass es „manchmal neben Überzeugung, Zusammenhalt und Tatkraft eben auch moderne Technik braucht, damit etwas Großes entstehen kann“, so Mikl-Leitner.

Einladung zur Wanderung auf den Prochenberg
Die Landeshauptfrau, die gemeinsam mit Bürgermeister Gerhard Lueger an dem Tag Abgeordnete des Landtages, des Nationalrates sowie die Bürgermeister der Region und die Bevölkerung zu einer gemeinsamen Wanderung auf den Prochenberg einlud, würdigte den unermüdlichen Einsatz der vielen Freiwilligen in den Alpinvereinen des Landes, die niederösterreichweit jährlich mehr als 200.000 Arbeitsstunden ehrenamtlich leisten, um über eine halbe Million Tagesgäste und rund 11.000 Nächtigungsgäste zu betreuen. „Ohne dieses großartige Engagement würde das Fundament für die Sicherheit auf Niederösterreichs Bergen wegbrechen.“ Der Prochenberg verfügt neben der Hütte, die 2024/25 saniert worden ist, und der ebenfalls von Familie Welser gestifteten Aussichtswarte nun über ein 780 Kilogramm schweres Gipfelkreuz, das ein in die Jahre gekommenes Holzkreuz ersetzt. Das von Sepp Eybl geschaffene Kruzifix lehnt sich an das Ybbsitzer Marktwappen an, das wiederum eine Wiederholung des Seitenstettner Stiftswappens ist. Daher steht der Querbalken des Astkreuzes schräg, ein metallenes Edelweiß neben dem Kreuz erinnert an den Stern im Marktwappen und bildet zugleich das Symbol des Alpenvereins. Damit wurde das neue Prochenbergkreuz nicht nur zu einem technischen und handwerklichen Vorzeige-Projekt, sondern auch zu einem Symbol für Zusammenhalt und Heimatverbundenheit.




















