Planmäßige Eröffnung am 1. Mai

Eigentlich sollte der Umbau der Prochenberghütte schon seit dem Herbst 2024 abgeschlossen sein, aber manchmal kommt es anders als geplant. So stellte sich bei der gewerbe- und baurechtlichen Einreichung heraus, dass die Hütte auf Grünland steht und die Grundstücksgrenze mit dem neuen Zubau überbaut wird. Aus diesem Grund musste das Grundstück neu parzelliert und auf „Grünland-Schutzhaus“ umgewidmet werden. Die Umwidmung verzögerte den Baubeginn um ein halbes Jahr, sodass mit den Abrissarbeiten erst im September gestartet werden konnte. Des einen Freud, des anderen Leid – der Winter war heuer ausgesprochen schneearm, was den Baufortschritt begünstigte, da die Straße stets mit dem Auto befahrbar war. Bereits vor Weihnachten konnte der Zubau noch fertiggestellt werden, die Fenster und Türen waren drinnen und die neue Gaupe im Obergeschoß war wieder dicht.
Eine Renovierung von alten Gebäuden ist immer ein Kompromiss aus Altem erhalten und mit Neuem gestalten, im Spannungsfeld von Kosten und Budget. Jeder, der schon einmal renoviert hat, weiß, den notwendigen Sanierungsbedarf sieht man erst, wenn Möbel draußen und Verkleidungen entfernt sind. So mussten im Gastraum Wandteile ausgetauscht werden, weil sich hinter der alten Bank die Ameisen im morschen Holz eingenistet hatten. Ebenso musste die Decke im Gastraum und die nordseitige Außenmauer statisch ertüchtigt werden.
Obwohl das Dach erst vor 15 Jahren erneuert wurde, war die Dachdämmung bereits ein Paradies für Siebenschläfer und Mäuse. Die freiwilligen Helfer vom Hüttenteam waren wahrlich nicht zu beneiden, als sie die Innenschalung entfernten und die Dämmung entsorgten. Umso wohnlicher wird dafür das Obergeschoß durch die nun ungeplante Erneuerung der Schalung, bei der Gelegenheit wurde auch gleich die Decke im alten Matratzenlager angehoben, um mehr Raum zu schaffen.
Nachdem die Dachinnenseite freigelegt war, traten zusätzlich einige Wasserschäden im Umfeld der undichten Kamine zutage. Diese wurden anschließend spenglermäßig mit Blech verkleidet, um einem erneuten Wassereintritt vorzubeugen. Nichtsdestotrotz ist der Zeitplan von den Handwerkern gehalten worden und der Tischler nahm im Februar bereits Naturmaß in der Hütte. Nachdem die Möbel diese Woche montiert wurden, kann die Hütte planmäßig am 1. Mai wieder eröffnet werden – der Hüttendienst läuft dann wie gewohnt. Durch zusätzliche Mittel aus der 2024 beschlossenen Hütten- und Wegeförderung des Landes Niederösterreich kann heuer auch die Sanierung der Toilettenanlage in Angriff genommen werden. Nach sorgfältiger Abwägung wurde entschlossen, die vorhandene Technik instand zu setzen – denn ohne Wasser- und Kanalanschluss ist die kompostierbare Trockentoilette die beste und technisch sinnvollste Lösung. Zuletzt wird in diesem Jahr noch eine Überdachung für das Holzlager errichtet und die Zufahrtsstraße instand gesetzt.


