Seit 20. August ist fix: Elf Notarztstützpunkte in Niederösterreich werden geschlossen, darunter Waidhofen. Stattdessen, wird rund um die Uhr am Christophorus-Standort Ybbsitz ein RTW-C Einsatzfahrzeug zur Verfügung stehen

In einem Pressegespräch der Landesräte Eva Prischl (SPÖ), Ludwig Schleritzko (ÖVP) und Martin Antauer (FPÖ) wurde bekannt gegeben, welche Stützpunkte mit Notarzteinsatzfahrzeugen erhalten bleiben: Das sind Amstetten, Baden, Gänserndorf, Gmünd, Hollabrunn, Horn, Korneuburg, Krems, Lilienfeld, Melk, Mistelbach, Mödling, Neulengbach (Bezirk St. Pölten), Neunkirchen, Schwechat (Bezirk Bruck an der Leitha), St. Pölten, Scheibbs, Tulln, Waidhofen an der Thaya, Wiener Neustadt und Zwettl. Um die notärztliche Versorgung im Ybbstal zu sichern, wird am Hubschrauber-Stützpunkt in Ybbsitz ein Einsatzfahrzeug stationiert, mit dem die Mannschaft ausrücken kann, wenn der Helikopter beispielsweise wetterbedingt nicht fliegen kann. Diese Lösung gleicht eher einem Pyrrhussieg, denn einem Teilerfolg, verliert doch das Landesklinikum durch diese Maßnahme einen mitarbeitenden Arzt. Schließlich unterstützte der diensthabende Notarzt zwischen den Einsätzen die Abteilungen im Haus. Dass das Team vom Haselgraben alleine 20 Minuten Anfahrtszeit nach Waidhofen hat, ist bei dieser Entscheidung ebenfalls nicht berücksichtigt.
Das Engagement für eine besser Lösung geht weiter
Nach der ersten Euphorie ist bei den politischen Akteuren Ernüchterung eingekehrt. „Die geplante Schließung des Notarztstützpunktes in Waidhofen sorgt verständlicherweise für Verunsicherung. Das nehme ich sehr ernst. In den vergangenen Tagen kursierten dazu viele unterschiedliche Meinungen und Informationen. Was zusätzlich zu Unsicherheiten führt. Deshalb ist mir ein offener und sachlicher Austausch besonders wichtig. Ich habe für Donnerstag alle relevanten Partner an einen Tisch eingeladen, darunter Vertreter des Roten Kreuzes, des Landesklinikums, der Flugrettung, des Komitees Herzalarm sowie der Stadtpolitik. Unser Ziel ist es, gemeinsam Klarheit zu schaffen, Fragen offen zu besprechen und die Bevölkerung umfassend zu informieren. Denn was zählt, ist die Gewissheit, dass die Notfallversorgung in unserer Region auch in Zukunft rund um die Uhr gesichert bleibt“, so WVP-Bürgermeister Werner Krammer. SPÖ-Vizebürgermeister Armin Bahr dazu: „Die Schließung des NEF-Standortes (Anm. d. Red.: NEF = Notarzteinsatzfahrzeug) Waidhofen ist ein herber Rückschlag für die gesamte Region über Bundesländergrenzen hinweg. Zusätzlich ist die Kommunikation und Informationsweitergabe seitens des Landes mit den Einsatzkräften und Partnern vor Ort nicht zufriedenstellend und lässt viele Fragen offen. Wir auf kommunaler Ebene haben für Donnerstag einen Gipfel mit allen vor Ort involvierten Organisationen geplant, wo wir die kürzlich vorgestellten Pläne analysieren und über die weitere Vorgehensweise bzw. Vorschläge beraten werden. Ziel ist es, weiterhin für die bestmögliche Gesundheitsversorgung der Einwohner Waidhofens und des Ybbstals zu kämpfen.“
Auch das Komitee „Herzalarm“ rund um den ehemaligen Primarius Alfred Lichtenschopf wird sich mit weiteren Maßnahmen für eine bestmögliche notärztliche Versorgung im Ybbstal und den angrenzenden Bundesländern engagieren. Wie sehr die Schließung die Ybbstaler bewegt, zeigen die zahlreichen Leserbriefe, die den „Ybbstaler“ dazu erreicht haben (zu lesen in der aktuellen Ausgabe).

