Kommentar von Herausgeber Leo Lugmayr über den Weiterbestand der Königsberg-Lifte
F olgenden Eintrag gab es am Sonntag, 5. Oktober, im Wetter-Blog von Hannes Hager, der täglich auf der Gemeinde-Homepage von Lunz zu finden ist: „Gestern (Anmerkung: Samstag, 4. Oktober) hatte es zum Ablesungszeitpunkt 8.00 Uhr noch immer minus 2,8 Grad bei der Messstation Seehof. Das ist der tiefste Wert, der jemals (seit Aufzeichnungsbeginn 1909) an einem 4. Oktober hier gemessen wurde.“ Spannend! Kommt eine neue Eiszeit? Daraus ein Argument gegen die Klimaerwärmung zu schmieden, wäre natürlich blanker Unsinn. Tatsache ist: Das Wetter tut manchmal eben, was es will, nicht nur im April.
Im Gegensatz zu dieser Momentaufnahme mussten wir ja erst 2023 den Medien entnehmen, dass jenes Jahr nach dem wärmsten September seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1767 auch mit dem wärmsten Oktober aufgewartet hat. Im heurigen September gab es überhaupt die erste Tropennacht auf dem Hahnenkamm in Kitzbühel, auf 1.800 Metern Seehöhe, wo die Temperatur in der Nacht nicht unter 20 Grad gefallen ist.
Warum ich das aufliste? Vergangenen Montag gab es im Hollensteiner Gemeinderat eine Debatte zum Weiterbestand der Königsberg-Lifte. Nein, die Debatte gab es eigentlich ja nicht, nachdem die Mehrheitsfraktion der SPÖ den Dringlichkeitsantrag der ÖVP abgelehnt und in die Schranken des amtlichen Prozederes und der damit verbundenen Behandlung verwiesen hat. Das ist ihr gutes demokratisches Recht. Denn Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer hatte sich in seiner Funktion als Geschäftsführer der Wirtschaftspark Ybbstal GmbH in einem Brief an die Königsberg-Hollenstein Skilifte GmbH gewandt. Er forderte darin nach zwei Jahren der Gespräche, eine Entscheidung zu treffen, wie es mit den Königsberg-Liften weitergehen solle. Denn – jetzt schließt sich der Kreis – im vergangenen Jahr ist Skifahren am Königsberg praktisch nicht möglich gewesen. Er stellte dem Management die Rute ins Fenster, bis 15. Oktober ein verbindliches Angebot inklusive Finanzierungszusage für die Übernahme des Anlagevermögens in Form von Liften, Schneekanonen und Pistengeräten vorzulegen, da man sonst diese, die der Wirtschaftspark dem Königsberg gratis zur Verfügung stellt, an Dritte veräußern würde. Gleichzeitig ging der Brief an alle Hollensteiner Gemeindemandatare, um entsprechend Druck aufzubauen. Die Königsberg-Lifte sind nun gefordert, ein Konzept, insbesondere für den Sommerliftbetrieb, zu entwickeln, bei dem Mountainbiker die Lifte gut nutzen könnten.
Geschäftsführer Herbert Zebenholzer, der ein Pionier auf diesem Gebiet ist, kann man dies auch zutrauen. Er hat bereits 2012 früh entsprechende Maßnahmen für den Königsberg gesetzt. Alle Beteiligten sind nun angehalten, gemeinsam mit Wirtschaftspark, Mostviertel-Tourismus, Ybbstaler Alpen und Gemeinden ein Konzept zu erstellen, wie der Königsberg vielleicht doch noch ein prosperierendes Naturgebiet für Wintersport, Biker, Wanderer, Abenteurer und Erholungssuchende werden könnte. Ein Aus für das Paradies Königsberg wäre für die Region schlimm. Wie es nicht geht, das wissen ältere Semester noch gut vom missglückten Skigebiet Gamsstein. Aber es ist Eile angesagt. Sonst wird der „Schnee von morgen“ bald „Schnee von gestern“ sein; wie ein guter Freund dies gerne formuliert.

