Ein weiterer Höhepunkt im Zyklus: das Leben von Schubert

Im Waidhofner Konzertzyklus „Klangraum im Herbst“ folgt ein Höhepunkt dem anderen, sodass es von Woche zu Woche schwerer fällt, die jeweils vorangegangenen in der Beschreibung noch zu übertreffen. Denn was in die Veranstaltung „Abendstern – Das kurze Leben Franz Schuberts“ in der Matinee am Sonntag geboten wurde, übertraf einmal mehr kühnste Erwartungen. Schon der vor dem eigentlichen Beginn gesetzte Vortrag von Raimund Tremetsberger „Leben und Sterben in Schuberts Wien“ war ein Ereignis für sich. Der erfahrene Mediziner fädelte Krankheiten, Gesundheitsrisiken und historische Marksteine in einem klug vertäuten Erzählstrang auf und verflocht diesen gekonnt mit Statistiken und medizinischen Anekdoten zu einem Vortragserlebnis besonderen Maßes.

Markovics, Fingerlos, Merkel und Hermann
Der in seiner Rezitationskunst unvergleichliche und wohl unübertreffbare Sprachmeister Karl Markovics las aus einem Text von Bernhard Herrman, der sich in feiner Ziselierung an der kurzen Lebensgeschichte des Komponisten Franz Schubert – von Tagebüchern seiner Freunde und Zeitgenossen aus – abarbeitete. Ein noch nie gehörtes Meisterwerk der feinen Nuancen des Erzählens, gepaart mit herzlichen Anekdoten und tiefer Schwere und Tragik des Komponistenschicksals. Bariton Rafael Fingerlos, den das Waidhofner Publikum in Klangraumkonzerten längst hoch schätzt und der auch dieses Mal den Kristallsaal bis auf den letzten Platz füllte, lieferte dazu eine Sternstunde an Schubert-Liedern. Mit Marcus Merkel am Klavier war ein kongenialer Begleiter gefunden worden, wie einer besser den Liedvortrag nicht noch hätte heben können. Standing Ovations kamen da wie selbstverständlich.

