Nicht wie kolportiert erst Ende März, sondern bereits Mitte Jänner schließt der Unimarkt in Kematen seine Pforten. Zum letzten Mal kann man am Standort am 17. Jänner einkaufen

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Bis dahin könne aber keine 100%ige Warenverfügbarkeit mehr gewährleistet werden, wofür man vonseiten der Marktleitung um Verständnis bittet. Wie es mit der Belegschaft nach Ende der Kündigungsfrist – bei vielen langjährigen Mitarbeiterinnen reicht diese bis Ende März – weitergeht, steht noch in den Sternen und hängt davon ab, wer in den frei werdenden Standort einziehen wird.
Auch für Ortschefin Juliana Günther kam das vorzeitige Zusperren aus dem Nichts: „Die Schließung kommt jetzt extrem schnell. Es hat bis vor Kurzem noch geheißen, der Standort schließt erst Ende März. Ich werde mich gleich diese Woche noch darum kümmern, wie es nun mit der Nahversorgung im Ort weitergehen soll.“ Die Behauptung, der Drogeriemarkt dm habe Interesse am Standort bekundet, dementiert die Bürgermeisterin: „Das ist ein Gerücht.“
Wie notwendig eine Nahversorgung mitten im Ort ist, erkennt auch Kematens Feuerwehrkommandant Christian Pachler, der auf Facebook postet: „Nun ist es fix, am 17.1.2026 hat unser Unimarkt zum letzten Mal geöffnet. So, was machen unsere älteren Bewohner/innen und was machen wir, wenn wir auch nicht mehr mobil sind? Zum nächsten Lebensmittelgeschäft sind es ca. zwei Kilometer, das schafft keiner mit dem Rollator […] Schuld sind auch diejenigen, die alles online bestellen, in die großen Einkaufstempeln pilgern etc. […] Aber wenn es in Zukunft keine Betriebe, Geschäfte mehr gibt, stirbt langsam aber sicher das Gemeindeleben und die Gemeinde.“
Ausgangslage Unimarkt
Der Lebensmittelhändler mit Sitz in Traun (Bezirk Linz-Land) hatte bereits im September angekündigt, sich vom Markt zurückzuziehen und seine gut 90 Standorte – Franchise und eigene – bis Jahresende verkaufen oder schließen zu wollen. 23 Filialen beabsichtigt Spar weiterzuführen, 21 werden von Rewe übernommen. Die Mehrheit wird künftig als Adeg-Geschäfte betrieben, einige Standorte werden zu Billa- oder Penny-Filialen. Die Bundeswettbewerbsbehörde, kurz BWB, hat bis 15. Jänner Zeit, dafür grünes Licht zu geben, womit vorerst zumindest knapp die Hälfte der Unimärkte gerettet wäre. Die Übergaben sind in den ersten Monaten 2026 geplant.

