Veröffentlicht am 13. Mai 2026

Unternehmerin mit Weitblick und sozialem Gewissen

Hilde Umdasch verstorben

Hilde Umdasch 1943 – 2026 © Umdaschgroup

Mit Hilde Umdasch verliert Österreich eine der prägendsten Unternehmerpersönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnte. Die langjährige Vorstandsvorsitzende der Umdasch Group und Gründerin der Gartenfachmarktkette Bella-flora ist am 11. Mai 2026 im Alter von 83 Jahren nach kurzer Krankheit überraschend verstorben. 

Geboren am 2. Jänner 1943 in Amstetten, trat Hilde Umdasch bereits in jungen Jahren in den Familienbetrieb ein. Nach dem Tod ihres Vaters Josef Umdasch übernahm sie gemeinsam mit ihrem Bruder Alfred Anfang der 1990er-Jahre die Führung des niederösterreichischen Traditionsunternehmens. In einer Zeit, in der Frauen an der Spitze internationaler Industriekonzerne noch eine Seltenheit waren, führte sie die Umdasch Group mit Entschlossenheit und strategischem Gespür in eine neue Ära. Unter ihrer Leitung wurde die Internationalisierung des Konzerns entscheidend vorangetrieben und damit der Grundstein für den weltweiten Erfolg gelegt. 

Doch Hilde Umdasch war weit mehr als eine erfolgreiche Industriemanagerin. Mit der Gründung von Bellaflora in den 1970er-Jahren bewies sie unternehmerischen Mut und ein feines Gespür für gesellschaftliche Entwicklungen. Aus einer innovativen Idee entstand eine der bekanntesten österreichischen Gartenfachmarktketten, die bis heute ihren nachhaltigen und naturnahen Zugang pflegt. 

Wer ihr begegnete, beschrieb sie als sachlich, bodenständig und zugleich visionär. Wirtschaftlicher Erfolg war für Hilde Umdasch niemals Selbstzweck. Ihr Name steht ebenso für gesellschaftliche Verantwortung und soziales Engagement. Besonders am Herzen lag ihr das „Hilde Umdasch Haus“ in Amstetten, eine Einrichtung für schwerkranke Kinder und deren Familien, die sie über ihre Stiftung verwirklichte. Damit schuf sie einen Ort der Fürsorge und Menschlichkeit weit über die Region hinaus. 

„Sie war eine Unternehmerin mit klarem Wertekompass, gro-ßem Verantwortungsbewusstsein und unternehmerischem Weitblick. Ihr Wirken war geprägt von einer tiefen Verbundenheit zu ihren Unternehmen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zugleich war ihr Handeln stets begleitet von einem hohen Maß an gesellschaftlicher Verantwortung und sozialem Engagement“, teilte die Umdasch-Group in einer Aussendung am Montag mit.

Doyenne der Wirtschaft und Kultur

Auch kulturell hinterließ sie nachhaltig Spuren. Viele Jahre engagierte sie sich als Präsidentin des Vereins der Freunde der Herbsttage Blindenmarkt und unterstützte zahlreiche soziale und kulturelle Projekte in Niederösterreich­, darunter das Stift Seitenstetten und die Basilika am Sonntagberg. 

Mit Hilde Umdasch verliert Niederösterreich eine Unternehmerin alten Formats: eine Persönlichkeit, die wirtschaftliche Stärke mit Haltung, Verantwortung und Menschlichkeit verband. Ihr Lebenswerk reicht weit über Bilanzen und Unternehmenszahlen hinaus. Es zeigt sich in den Tausenden Arbeitsplätzen, die sie mitgestaltete, in sozialen Einrichtungen, die ohne ihr Engagement nicht entstanden wären, und in einem Führungsstil, der den Menschen stets in den Mittelpunkt stellte.

Zahlreich waren noch am Todestag die Reaktionen der Anteilnahme von maßgeblichen Vertreterinnen und Vertretern der österreichischen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. „Hilde Umdasch stand für Mut, Weitblick und unternehmerische Verantwortung. Mit ihrem Engagement setzte sie wichtige Impulse für den Wirtschaftsstandort Niederösterreich“, sagt NÖ-Wirtschaftskammer-Präsident Wolfgang Ecker.

Veröffentlicht am 13. Mai 2026

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