Veröffentlicht am 19. April 2026

Viele sehen Veränderungen – wir sehen Verantwortung

Ein Gespräch mit den Geschäftsleitern Georg Berger und Ing. Elmar Leitl von der Raiffeisenbank Ybbstal

Dir. Georg Berger und Dir. Ing. Elmar Leitl, MBA zVg

Wer in diesen Wochen den neuen Folder der Raiffeisenbank Ybbs­tal gelesen hat, merkt: Die Bank bewegt sich. Sie wird digitaler, regionaler und übernimmt Aufgaben, die weit über das klassische Bankgeschäft hinausgehen. Um zu erfahren, was dahintersteckt, wurden Georg Berger und Elmar Leitl zum Gespräch gebeten.

Viele Kundinnen und Kunden fragen sich: Warum verändert sich die Bank gerade jetzt so deutlich?

Berger: Weil die Menschen sich verändern. Unsere Kundinnen und Kunden erledigen heute ihre Bankgeschäfte nebenbei, am Handy, schnell zwischen zwei Terminen oder abends am Sofa. Digitale Lösungen wie die „Mein ELBA“-App sind längst Alltag geworden. Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass der persönliche Austausch dann wichtig bleibt, wenn es um größere Fragen geht: Wie finanziere ich mein Zuhause? Wie sichere ich meine Familie ab? Wie gehe ich mit Veränderungen in meinem Leben um?

Die Kunst besteht darin, genau dort Zeit zu investieren, wo Nähe und Beratung gebraucht werden  und dort Tempo zu machen, wo digitale Services den Alltag erleichtern.


Viele befürchten, dass Digitalisierung automatisch Abstand bedeutet. Wie erklären Sie ihnen das Gegenteil?

Berger: Indem wir ihnen zeigen, wie viel Zeit dadurch frei wird. Früher standen wir oft für Dinge zur Verfügung, die heute ein Klick erledigt. Dadurch bleibt heute mehr Raum für gute Gespräche. Und das ist eigentlich die Hauptsache. Wir kennen unsere Kundinnen und Kunden, viele schon über Generationen hinweg, das ist ein Wert, den wir nicht aufgeben. Wir ordnen ihn neu ein.


Welche Rolle spielt dabei die Genossenschaft?

Leitl: Eine sehr große. Die Raiffeisenbank gehört nicht Inves­toren, sie gehört den Menschen hier. Und das heißt auch: Wir entscheiden gemeinsam, wie wir die Region stärken. Genossenschaft bedeutet nicht nur, Anteile zu halten, sondern mitzugestalten.

Wir fördern Kultur, wir unterstützen Bildungsprojekte, wir engagieren uns im sozialen Bereich, wir arbeiten mit Unternehmen zusammen, das alles, weil es dem Ybbstal zugutekommt und weil es unsere Aufgabe ist.


Viele sprechen derzeit darüber, dass die Bank im Energiesektor aktiv ist. Wie kam es dazu?

Leitl: Eigentlich ganz logisch: Energie ist mittlerweile ein regionales Thema, kein abstraktes. Viele Menschen im Ybbstal haben Photovoltaik, aber nicht jeder kann seinen Strom zu 100 Prozent selbst nutzen. Also haben wir überlegt, wie man diesen Strom in der Region hält.

Die Energiegenossenschaft Region Ybbstal ermöglicht genau das: Strom wird geteilt, nicht verschenkt. Wer mehr produziert, unterstützt andere und umgekehrt. So sparen wir gemeinsam Netzkosten und stärken lokale Wertschöpfung. Dazu kommt unser Angebot von 100 % Ökostrom aus Österreich. Das passt perfekt zu unserem Grundgedanken: regionale Lösungen für regionale Herausforderungen.


Ein weiteres großes Thema ist Wohnen. Warum ist das für die Bank so wichtig?

Leitl: Weil Wohnen darüber entscheidet, ob Menschen in einer Region bleiben können oder wegziehen müssen. Wir begleiten Wohnprojekte, die Zukunft schaffen: für Familien, für junge Menschen, für Betriebe. Gute Lebensräume stärken immer auch die Gemeinschaft. Und das Ybbstal lebt von starken Gemeinschaften.


Herr Berger, zurück zum täglichen Kontakt: Viele loben den telefonischen Kundenservice, warum setzen Sie so stark darauf?

Berger: Weil es schnell ist und persönlich bleibt. Unser Kundenservice sitzt hier in der Region. Die Menschen dort kennen die Anliegen, oft auch die Hintergründe und sie können sofort weiterhelfen. Für viele ist das die unkomplizierteste Art, uns zu erreichen.

Dadurch haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort wieder mehr Zeit für das Wesentliche: Beratung, Begleitung und langfristige Planung.


Einige wundern sich, warum eine Bank auch Mobilfunk‑ oder Energieprodukte anbietet. Wie passt das zusammen?

Leitl: Wir fragen uns immer zuerst: Was brauchen die Menschen im Ybbstal? Wenn ein günstiger, verlässlicher Mobilfunktarif hilft, dass Familien sparen, dann ist das sinnvoll. Wenn Ökostrom aus Österreich Sicherheit schafft, ist das sinnvoll. Wenn eine regionale Energiegenossenschaft die Kosten senkt, ist das sinnvoll.

Und wenn etwas sinnvoll ist, dann machen wir es möglich. Wir wollen ja nicht nur Finanzpartner sein, wir wollen Alltagspartner sein.


Zum Abschluss: Was möchten Sie den Menschen im Ybbs­tal sagen, die Veränderungen oft kritisch sehen?

Berger: Veränderung gehört zum Leben, aber sie darf nie auf Kosten von Vertrauen gehen. Unser Ziel ist, den Menschen Zeit zurückzugeben – für Gespräche, für das, was wichtig ist.

Leitl: Und für die Region Verantwortung zu übernehmen. Wir entwickeln uns weiter, weil das Ybbstal sich weiterentwickelt. „Wir macht’s möglich“ ist für uns kein Slogan, es ist der Auftrag, den wir täglich leben.

Veröffentlicht am 19. April 2026

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