Die Gemeinden Allhartsberg und Hollenstein bitten Bürger bereits, das Befüllen von Privatpools zu melden. Die Trinkwasserversorgung ist aber noch in keiner Gemeinde gefährdet

Im Jahresvergleich ist im Ybbstal noch nie so wenig Niederschlag gefallen wie im vergangenen Winter und bisher im Frühjahr zusammengenommen. „Wir haben heuer bisher 282 Millimeter an gefallenem Niederschlag gemessen, nicht allzu viel“, bestätigt Hollensteins Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer. Bei einer durchschnittlichen Jahresmenge von 1.500 Millimetern – gemessen über die vergangenen fünf Jahre – heißt das, dass Hollenstein im ersten Jahresdrittel erst 18 % des Jahresniederschlages erhalten hat. „Wir sind aber trotzdem gut versorgt und haben eine stabile Trinkwasserversorgung über unseren Hochbehälter Voralpe“, sagt Zebenholzer. Bei anhaltender Trockenheit könnte es aber durchaus – aufgrund nicht ausreichend gefüllter Wasserspeicher im Gebirgskalkstock – zu einem Rückgang der Quellschüttungen kommen. Die Gemeinde strebt daher – wie bereits berichtet – eine zweite Quellfassung im Ortsgebiet an. Vorsorgend bittet die Gemeinde: „Liegenschaftseigentümer werden ersucht, größere Wasserverbräuche – etwa für das Befüllen von Privatpools – vorab am Gemeindeamt oder beim Wassermeister zu melden“, sagt Zebenholzer.
Dürre stresst Grünflächen
Schwierig ist aktuell die Lage in der Landwirtschaft. „Der erste Grasschnitt war außer auf trockenen Böden durchaus zufriedenstellend, aber jetzt steht das Wachstum still und Wiesen und Felder sind so trocken wie sonst nie zu dieser Jahreszeit“, berichtet Bauernbund-Landtagsabgeordneter Mario Wührer. Die Stadt Waidhofen, wo Wührer Vizebürgermeister ist, habe jedenfalls mit einer Schüttung ihrer gefassten Quellen ausreichend Wasser zur Trinkwasserversorgung und könne sogar Biberbach, Sonntagberg und Kematen über Wasserpipelines mitversorgen. Das bestätigt Kematens Bürgermeisterin Juliana Günther. „Wir sind im Trinkwasserbereich zur Gänze mit Waidhofner Wasser versorgt, zusätzlich haben wir die Schoderhofquelle, um Brauchwasser etwa für die Befüllung der Bäder zu haben“, so Günther. Die Investition von zwei Millionen Euro in die gemeindeeigenen Hochbehälter schafft nun mit einem Fassungsvermögen von zweimal 700 Kubikmetern Versorgungssicherheit „und war eine Investition in die Zukunft“, so Günther.
Allhartsberg bittet, Bäderfüllung zu melden
Die Gemeinde Allhartsberg hat mit der Errichtung einer Notwasserleitung von Amstetten her in den vergangenen Jahren ebenfalls gut vorgesorgt. „Mit einer Kapazität von 30 Litern pro Sekunde können wir mit dieser Versorgungsleitung Austria Juice und die Gemeinde auch notfalls gut versorgen“, sagt Bürgermeisterin Lisa Schallauer. „Wir sind aber trotzdem mit der Bevölkerung im Austausch, damit Poolfüllungen nicht zur gleichen Zeit stattfinden“, so Schallauer.
Erschließung neuer Quellen
Gut gerüstet geben sich auch die Gemeinden Opponitz, Ybbsitz und St. Georgen/Reith. Johann Lueger, Bürgermeister der Gemeinde Opponitz, sieht aktuell keine Notlage. „Wir sind mit unserer Quelle gut versorgt, die geplante Erschließung einer zweiten Quelle ist aber in Zeiten wie diesen ganz wichtig“, so Johann Lueger. Vorige Woche hat dazu eine wasserrechtliche Verhandlung mit dem Land stattgefunden. Lueger erwartet einen positiven Bescheid. Demnach könnte möglicherweise schon heuer mit einer zusätzlichen Bohrung in der „Luckn“ auf der linken Bachseite begonnen werden. Die jetzige Versorgungsstelle ist auf der rechten Seite des Baches. Aber auch in Opponitz sei die Lage für die Landwirtschaft derzeit schwierig. „Weil nichts mehr nachwächst“, bestätigt Lueger. „Zum Glück haben viele noch Futterreserven aus vom Vorjahr.“
Auch die Bürgermeister Josef Pöchhacker (St. Georgen/Reith) und Gerhard Lueger (Ybbsitz) sehen sich in der Trinkwasserversorgung „gut aufgestellt“. „Der Tiefbrunnen leistet genug, noch haben wir 100 % Reserve, weil die Versorgung aus Tiefbrunnen weniger Schwankungen unterliegen“, so Lueger. Josef Pöchhacker bestätigt: „Für die Landwirtschaft wird es schwierig, aber die Trinkwasserversorgung ist weiterhin gesichert.“

