Anfang 2027 wählt Waidhofen einen neuen Gemeinderat. Die Liste „Menschen Freiheit Grundrechte“ (MFG) tritt unter neuem Namen an

Im Jahr 2022 überraschte die Liste „Menschen Freiheit Grundrechte“ (MFG) mit Frontmann Wolfgang Durst mit dem spontanen Einzug in den Waidhofner Gemeinderat. Auf der Welle der Corona-Proteste und im Fahrwasser der damit einhergehenden Impfdebatte erreichte die Liste aus dem Stand sieben der 40 Gemeinderatsmandate und zog gleich mit zwei Sitzen – Wolfgang Durst und Sonja Schwentner – in den zehnköpfigen Stadtsenat ein.
Nun – etwa zehn Monate vor der nächsten Gemeinderatswahl – stellt sich die Frage, ob die MFG, der die damaligen Kernthemen abhandengekommen sind, wieder zur Wahl antritt. „Natürlich soll es weitergehen, aber unter einem anderen Namen“, sagt Durst auf Anfrage des „Ybbstalers“ und relativiert: „MFG war ja auch bisher eine Art Bürgerliste. Niemand von uns war jemals ordentliches Parteimitglied in der MFG.“
Sachthemen als Programm
Wo Durst in der Gemeindepolitik weiterhin Handlungsbedarf sieht, ist auf dem Gebiet der Sachthemen. „Wir wollen Inhaltliches beitragen und nicht nur Überschriften liefern“, sagt Durst. Dabei will Durst auf schon erfahrene Fraktionsmitglieder setzen. „Das Kernteam geht aktuell auf Suche nach Kandidaten“, sagt er. „Es gibt aber auch bereits einige Vorschläge für neue Namen auf der Liste.“ Doch da lässt Durst die Katze nicht aus dem Sack, genauso wie in der Frage des neuen Listennamens. „Wir fragen Überparteiliche und Unparteiliche mitzutun“, sagt er. Als Kernthemen will er auf mehr Bürgerbeteiligung und möglichst frühes Einbinden der Bevölkerung in die politischen Entscheidungsprozesse setzen und keine „Grün-Linie vorgeben“, wie er dies Martin Dowalil von der Liste FUFU („Farblose Unabhängige Formierte Uniformierte“) zuschreibt. Auch will er sich gegen die „Landeshörigkeit“ der WVP stellen.
Liste will Stärke behalten
Für das Antreten unter anderem Namen braucht die MFG dieses Mal – anders wie beim ersten Antreten – keine Unterstützungserklärungen zu sammeln. „Wir bleiben als Liste bestehen, ändern nur unseren Namen“, sagt Durst, ein Vorgang, der auch bei anderen Parteien nicht unüblich ist, wenn sie den Spitzenkandidaten in die Listenbezeichnung hineinreklamieren. Beim Wahlziel gibt sich Durst engagiert: „Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass wir im Gemeinderat nicht weniger werden“, sagt er. Ob damit der wohl insgeheime Wunsch der anderen Fraktionen, dass die sieben MFG-Sitze bei der kommenden Gemeinderatswahl zur Disposition stehen werden, zerschlagen wird, wird schließlich das Wahlergebnis zeigen.

