Veröffentlicht am 9. Februar 2026

Ybbstaler Gemeinden vernetzen sich für Gesundheit und Soziales 

Fach-Inputs und Projektvorstellungen beim Vernetzungstreffen der Kleinregion

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Vernetzungstreffens für Gesundheit und Soziales gemeinsam mit den Referentinnen Renate Reingruber (NÖGUS) und Anita Eibenberger (Community Nurse in Lunz), Regionalberaterin Sarah Kühr (NÖ Dorf- und Stadterneuerung) sowie Standortbürgermeister Friedrich Fahrnberger © Christoph Ruspekhofer

Gemeindevertreterinnen und -vertreter der Kleinregion Ybbs­tal kamen kürzlich in Göstling zu einem Vernetzungstreffen rund um die Themen Gesundheit und Soziales zusammen. Ziel war es, regionale Projekte im Gesundheits- und Sozialbereich vorzustellen, einen Blick auf aktuelle Entwicklungen zu richten und den gemeindeübergreifenden Austausch in diesem Fachbereich zu stärken. Organisiert und moderiert wurde die Veranstaltung von Kleinregionsbetreuerin Sarah Kühr von der NÖ Dorf- und Stadterneuerung.

Ein zentraler Programmpunkt war die Vorstellung des „Hauses der Generationen“ in Göstling durch Bürgermeister Friedrich Fahrnberger. Im Rahmen einer Vor-Ort-Besichtigung erhielten die Gäste Einblick in das zukunftsweisende Wohn- und Generationenprojekt mit 34 Mietwohnungen samt Parkgarage und Gemeinschaftsräumlichkeiten. Ein eigens gegründeter Verein unterstützt die Bewohnerinnen und Bewohner unter anderem bei Arzttransporten oder administrativen Anliegen. Das Haus versteht sich als integrierter Treffpunkt für alle Generationen und stößt seit der Eröffnung 2022 auf großes Interesse – sowohl in der Gemeinde als auch darüber hinaus.

Neue Wohnform für Seniorinnen und Senioren

Anschließend präsentierte Bürgermeister Friedrich Fahrnberger das Pilotprojekt „Senioren Wohnen Plus“, dessen Umsetzung in Kürze geplant ist. Mit der Nachnutzung eines leerstehenden Gasthauses im Ortskern soll eine neue Wohnform für Seniorinnen und Senioren als eine Art Zwischenstufe zwischen dem Wohnen im eigenen Zuhause und dem Pflegeheim geschaffen werden. Ge­plant sind 23 geförderte Mietwohnungen inklusive Gemeinschaftsräumlichkeiten. Die Betreuung wird durch die Volkshilfe erfolgen. Zielgruppe sind ältere Menschen mit Alterspension und mindestens Pflegestufe 1. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und wird anschließend evaluiert. Gleichzeitig wird auch das ehemalige Gasthaus für die Allgemeinheit reaktiviert.

Primärversorgungseinheiten und Community Nursing

Einen fachlichen Überblick zu Primärversorgungseinheiten (PVE) gab Renate Reingruber von der Geschäftsstelle NÖ Gesundheits- und Sozialfonds des Landes Niederösterreich. Sie erläuterte die Rolle von PVE als wohnortnahe Erstanlaufstellen im Gesundheitswesen, die durch multiprofessionelle Teams eine bessere Versorgung, stärkere Koordination zwischen Gesundheits- und Sozialbereich sowie eine Entlastung der Spitäler ermöglichen sollen. In der anschließenden Diskussion wurde auch die Bedeutung von PVE für den ländlichen Raum thematisiert.

Ein weiterer Fachinput widmete sich dem Thema Community Nursing. Die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin Anita Eibenberger ist seit mehreren Jahren als Community Nurse in Lunz tätig. Sie stellte Aufgaben, Ziele und Erfahrungen aus der Praxis vor. Community Nurses fungieren als zentrale Anlaufstelle für Gesundheits- und Pflegefragen, führen präventive Hausbesuche durch, beraten Betroffene und Angehörige und vernetzen regionale Angebote. Ihre zentrale Rolle sieht Anita Ebenberger darin, Gesundheit, Lebensqualität und Selbstständigkeit der Menschen möglichst lange zu erhalten und pflegende Angehörige zu entlasten.

Austausch über Gemeindegrenzen hinweg

Neben der Vermittlung fachlicher Inhalte bot das Treffen vor allem Raum für persönliches Kennenlernen der Teilnehmenden und intensiven Austausch über Gemeindegrenzen hinweg. In offenen Gesprächsrunden wurden aktuelle und geplante Projekte in der Kleinregion diskutiert. Weitere Termine in dieser Form sollen folgen. 

„Gerade im ländlichen Raum können wir die Herausforderungen im Gesundheits- und Sozialbereich nur gemeinsam bewältigen. Innovative Lösungen entstehen, wenn Gemeinden, Fachstellen und engagierte Menschen an einem Strang ziehen“, meint Bürgermeister Friedrich Fahrnberger abschließend.

Veröffentlicht am 9. Februar 2026

Artikel teilen
Seite
teilen
Seite
teilen
Seite
teilen
Seite
teilen
Seite
teilen
Seite
teilen
Seite
teilen

Mehr zu diesen Themen:

Nach oben scrollen