Am 16. Jänner lud die Gemeinde Hollenstein zum Neujahrsempfang. Josef Mandl wurde mit der höchsten Würde des Ehrenrings ausgezeichnet

Vor einem Jahr war der Neujahrsempfang in Hollenstein unter den Zeichen „Zeiten im Wandel“ gestanden, am 16. Jänner dieses Jahres übertitelte man den Empfang im Vereinshaus mit „Momente des Erfolgs“. Daran erinnerte Armin Sonnleitner zum Auftakt der Veranstaltung im Vereinshaus. Gleichzeitig gab er den Ausblick, dass es zu Jahresbeginn 2027 heißen möge: „Wir haben etwas bewegt, gemeinsam haben wir etwas geschafft.“ Groß war das Interesse der Bevölkerung an der Jahresrückschau und dem Ausblick, zu denen Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer Pfarrer Johann Wurzer, die beiden Ehrenringträger Willi Bissenberger und Olympiasieger Hubert Mandl, Schuldirektorin Erika Reisinger, Regina Forsthuber von der Landwirtschaftsfachschule Hohenlehen und Joachim Hinteregger vom Roten Kreuz begrüßen konnte. Die Feuerwehr war mit Kommandant Jürgen Steinauer, Stellvertreter Florian Kefer, Verwalter Ludwig Mitterhauser, zahlreichen Kammeraden, einer Abordnung an Feuerwehrjugend sowie Kommandant a. D. Josef Mandl vertreten. Vizebürgermeister Walter Holzknecht und eine Reihe von Gemeinderäten vertraten die Politik.

„Lasst uns miteinander reden und nicht übereinander“
Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer bezeichnete den Abend als einen Moment des Innehaltens, der Zurückblickens und des Mutes, mit Offenheit auf das neue Jahr zuzugehen. „Der Neujahrsempfang ist ein Zeichen des Miteinanders“, sagte Zebenholzer. „Es wäre unseriös, die Situation der Gemeinde schönzureden. Es gilt, Entscheidungen zu treffen, die auch morgen Bestand haben“, so Zebenholzer. Und weiter: „Lasst uns miteinander reden und nicht übereinander“, rief sie zum Dialog auf, „gehen wir mit Mut, Zuversicht und einem starken Gemeinschaftsgefühl an die Arbeit!“.
In einem ersten Interview holte Sonnleitner Amtsleiter Raimund Forstenlechner auf die Bühne, wobei Jubiläen wie 100 Jahre Licht- und Kraftvertrieb (LKV) Hollenstein, 50 Jahre Ortsgemeinschafts-Antennenanlage (OGA) und 55 Jahre öffentliche Sauna in Hollenstein bildlich und inhaltlich beleuchtet wurden.

Ehrungen für besondere Verdienste
Es folgten zahlreiche Ehrungen. So wurde etwa die Leistung der Volkstanzgruppe hervorgehoben. Die Leitung Laura Lueger und Mario Forstenlechner berichteten, dass der Verein über 40 Mitglieder und 15 Interessenten verfüge, die sich zu Schnupperstunden angemeldet haben, und dass man in Reinsberg beim „Auftanzen“ einen ausgezeichneten Erfolg ertanzt habe.

Paula Schedewy, Emilia Jagersberger und Larina Tippelreither haben für die Musik- und Kunstschule Waidhofen/Ybbstal erfolgreich beim Austrian Dance Cup in Bad Ischl teilgenommen und die Bronzemedaille ins Ybbstal heimgeholt.
Robin Maderthaner, Fabienne Maderthaner, Lea Fürnholzer und Magdalena Steineck haben großartige Leistungen beim Landeswettbewerb „prima la musica“ erzielt, wobei Magdalena Steineck sich sogar für den Bundeswettbewerb qualifiziert hatte. Die Bürgermeisterin gratulierte Marlene Lueger, die als musikalischen Karrieresprung die Aufnahme bei der Militärmusik geschafft hat. Nicole Schoißwohl gratulierte sie zum Doppelsieg bei Landesmeisterschaften im Schießsport.

Ehrenring und Standing Ovations für Josef Mandl
Den Höhepunkt des Neujahrsempfangs stellte die Ehrung eines ganz besonderen Bürgers dar. Mit dem goldenen Ehrenring der Gemeinde wurde Josef Mandl, Feuerwehrkommandant a. D., bedacht. Seine Bilanz ist höchst beeindruckend. Fast auf den Tag genau zwanzig Jahre lang stand er der Hollensteiner Feuerwehr als Kommandant vor, bevor er kürzlich, am 6. Jänner, das Kommando an seinen Stellvertreter Jürgen Steinauer als Nachfolger übergab.

Am 29. März 1981 war Mandl der Feuerwehr beigetreten. Nach zahlreichen Funktionen in der Ausbildung übernahm er am 8. Jänner 2006 das Kommando. Für 1.181 Einsätze und 4.514 Tätigkeiten zeichnete er verantwortlich. 65 Kameraden hat er in dieser Zeit aufgenommen, 45 davon sind noch immer im Einsatz. 14 Kameraden musste er das letzte Geleit geben. Sieben Fahrzeuge wurden in seiner Kommandoführung für die Hollensteiner Feuerwehr in den Dienst gestellt, rund 7.000 Feuerlöscher wurden überprüft, 300 bis 400 pro Jahr. In seine Zeit fiel der große Schneeeinsatz 2006, die unvergesslichen Stürme Kyrill, Paula und Emma und ein Jahrhunderthochwasser. Die Ausrückungen zu zahlreichen Verkehrsunfällen und Forstunfällen, manche mit tödlichem Ausgang, Lastwagenunfälle, eine Vielzahl von Tierrettungen, die schwierige Corona-Zeit, mehrere Großbrände, Murenabgänge am Gallenzer Kogel und vieles mehr zeichnen eine intensive und schwierige Zeit seines Kommandos der FF Hollenstein.
Nach 7.305 Tage im Amt hat er am 6. Jänner das Kommando an Jürgen Steinauer übergeben, die Funktion des Unterabschnittskommandanten behält er. „Mandl ist ein Vorbild als Führungskraft und als Ansprechpartner für die Gemeinde. Mit ruhiger Hand und Weitblick hat er die Feuerwehr geführt und damit Generationen geprägt“, sagte die Bürgermeisterin in ihrer Laudatio. Eine imposante Bilanz des Ehrenringträgers. Den Ehrenring der Gemeinde darf er sich gemeinsam mit Ehrenringträgerkollegen beim Goldschmied selbst schmieden. Mandl zeigte sich angesichts der Ehrung sichtlich überrascht und bewegt. „Ohne meine Mannschaft wäre gar nichts gegangen“, sagte er und rief gleichzeitig die Bevölkerung dazu auf: „Helft der Feuerwehr, damit euch die Feuerwehr helfen kann!“ Die Besucher goutierten Mandls Ehrung mit Standing Ovations.

Besondere Ausstellung
Ein zusätzlich interessanter Punkt des Neujahrsempfangs war eine Ausstellung, die Willi und Anni Bissenberger zusammengestellt haben und die mit inzwischen historischen Bildern und Schnappschüssen vergangene Jahre der Hollensteiner Geschichte sichtbar machen. Zebenholzer dankte Willi und Anni Bissenberger, die Bilder und Pressemeldungen in einem wertvollen Fotobuch zusammengefasst haben, für deren ehrenamtlichen Einsatz. Armin Sonnleitner moderierte den Abend famos, für die musikalische Umrahmung sorgte gekonnt die „Tanzl Musi“ des Hollensteiner Musikvereins.


