Erste Stolpersteine in Waidhofen erinnern an Hermine Weisz und Erna Knobloch

Zwei kleine Messingtafeln im Pflaster erinnern seit 17. September am Oberen Stadtplatz an zwei Waidhofnerinnen, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. Für Hermine Weisz und ihre Tochter Erna Knobloch wurden vor ihrem ehemaligen Kleider- und Wäschegeschäft am Oberen Stadtplatz 10 die ersten Stolpersteine in Waidhofen verlegt.
Die Initiative dazu ging von der 17-jährigen Eria Haberfehlner aus St. Peter/Au, Schülerin des BRG Waidhofen, aus. Sie hatte sich bereits im Rahmen ihrer „abschließenden Arbeit“ mit dem Thema beschäftigt und damit ein Erinnerungsprojekt angestoßen, das nun gemeinsam mit der Stadt verwirklicht wurde.
Bei einem berührenden Festakt wurde der beiden Frauen gedacht. Zu den Rednern zählten Bürgermeister Werner Krammer und der ehemalige Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka. Das große Engagement von Eria Haberfehlner machte dabei Hoffnung: Die 17-Jährige zeigt, dass auch eine junge Generation bereit ist, Verantwortung für die Erinnerung zu übernehmen.

Besonders persönlich wurde die Feier auch durch die musikalische Gestaltung der Familie Haberfehlner. Peter Haberfehlner, der Großvater der Initiatorin, sang, ihre Mutter Tina Haberfehlner begleitete am Akkordeon. Zu hören waren unter anderem Lieder, die an Verfolgung, Vertreibung und das Schicksal jüdischer Menschen erinnern, darunter „Wo sind die Nowaks?“ sowie der „Buchenwald-Marsch“. Mit dem „Hevenu Shalom Aleichem“ fand die Gedenkfeier einen hoffnungsvollen Abschluss.
Hermine Weisz, geboren 1881, und ihre Tochter Erna Knobloch, geboren 1920, hatten am Oberen Stadtplatz gewohnt. 1941 wurden sie in das Ghetto Opole deportiert und ermordet. Ihre Namen sind nun dauerhaft an jenem Ort sichtbar, an dem sie einst zu Hause waren.
Eindringlich brachte auch das Lied „Wir sind die lebenden Steine“ die Bedeutung des Erinnerns zum Ausdruck, das im Konzentrationslager entstand.
Die beiden Stolpersteine halten die Namen von Hermine Weisz und Erna Knobloch im Stadtbild sichtbar – die Erinnerung an ihr Schicksal lebt durch die Menschen weiter.




