Veröffentlicht am 5. März 2026

Zwei Ybbsitzer aus dem Kriegsgebiet gerettet

Die beiden Ybbsitzer Angela und Karl Helm wurden mit einem Sonderflug des Außenministeriums über den Oman aus Dubai und dem Kriegsgebiet evakuiert.

Angela Helm, noch unbesorgt und in entspannter Atmosphäre am Stand von Dubai & Karl Helm beim Abflug in Salzburg ©Helm

In Wien empfing sie Außenministerin Beate Meinl-Reisinger persönlich. Die Tage des Kriegsbeginns zwischen den USA, und Israel gegen den Iran werden Angela und Karl Helm aus Ybbsitz wohl nie vergessen. Das Wochenende begann mit einem lange herbei gesehnten Besuch bei ihrem Sohn Günther und seiner Familie, der in Dubai einen der größten Lebensmittel-Retail-Konzerne im arabischen Raum managt. Der Konzern Majid Al Futtaim, der auch die französischen Carrefour-Märkte in der Golfregion betreibt, steht seit 2024 unter der Leitung von Günther Helm, dem früheren Chef der Drogeriekette Müller, zuvor Vorstand der Handelskette Hofer Österreich.

Alles begann mit Vorfreude

Von Salzburg flogen die pensionierte Lehrerin und der pensionierte Eisenbahner nach Dubai, um die Familie ihres Sohnes, vor allem ihre Enkel auf der arabischen Halbinsel zu besuchen. Das Ticket dafür hatten sie schon fast ein Jahr in der Tasche. Doch der Urlaub sollte kürzer werden als geplant. Denn am Samstag durchkreuzte der Kriegsbeginn all ihre Pläne. „Schon beim Abflug in Salzburg hatten uns Mitreisende gefragt, ob wir angesichts der angespannten Lage im Nahen Osten keine Ängste hätten“, erinnert sich Angela Helm. „Doch nicht in Dubai!“, so ihre Antwort. Doch da täuschten sich die Helms schwer. Mit Geschenken aus Österreich im Gepäck flogen sie Richtung Golfregion, wollten sie doch im Laufe des Besuchs den siebenten Geburtstag der Zwillingsmädchen ihres Sohnes feiern.

Vorerst war Sightseeing angesagt: Am Samstag ging es zur berühmten „Hotel Palme“ zum Baden. Doch bereits am Abend wurde ein Dinner nach dem Ritual des Fastenbrechens im Fastenmonat Ramadan abgesagt, für das man eigens festliche Kleidung mitgebracht hatte. „Schon in der Nacht wurden wir online aufgefordert, uns am nächsten Tag bei der Botschaft zu melden“, erinnern sich die Helms.

Banges Warten auf den Evakuierungsflug im Maskat ©Helm

Helm: „Es schrillte der Alarm am Handy!“

Dann schrillte bereits der landesweite Alarm an ihren Mobiltelefonen. Bald waren auch Explosionen zu hören. „Nach einem Anruf aus Botschaft war klar, dass wir so schnell wie möglich die Region verlassen sollten“, erinnern sich die Helms. Dann schlug die erste Rakete ein.

Am Montag wurden hastig die Koffer gepackt. Mit einem Bus für die Helms mit Schwiegertochter und Enkelkindern Richtung Grenze. Ziel: Der Oman, die Hauptstadt und der Flughafen Maskat. „Es waren zehn Stunden Busfahrt mit klaren Anweisungen eines Herren vom österreichischen Jagdkommando aus der Botschaft“, sagt Angela Helm. Mit an Bord der österreichische Botschafter, der aber nur bis zur Grenze begleitete und dann nach Abu Dhabi zurückkehrte. Sohn Günther Helm blieb in Dubai. „Der Manager lässt sein Unternehmen nicht in Stich“, sagt Angela Helm. An der Grenze warteten noch einige Schikanen in Form von Bürokratie und Formalitäten: Frauen auf eine, Männer auf die andere Seite.

ORF zeit im Bild am Donnerstag: Angela Helm beim Handshake mit Außenministerin Beate Meinl-Reisinger. ©Helm

Handshake durch Außenministerin Meinl-Reisinger

Nach zwei Nächten in einem Hotel in Maskat ging es zum Flughafen, wo eine Maschine, gechartert vom österreichischen Außenministerium, auf sie wartet. Es folgte eine Zwischenlandung in Kairo, wo aufgetankt wurde und die Flugzeug-Crew wechselte. Am Mittwoch um 22 Uhr kamen die Großeltern Helm, Schwiegertochter und die Enkelkinder müde, aber erleichtert in Wien an. Als Überraschung: Außenministerin Beate Meinl-Reisinger schüttelte medienwirksam allen persönlich die Hand. Als „Videobeweis“ konnte man Angela Helm am Donnerstag um 13 Uhr im TV „Zeit im Bild“ sehen. „Manche der Passagiere haben den wartenden Medien Interviews gegeben. Wir nicht“, sagt Angela Helm, um nachzusetzen: „Aber für den Ybbstaler machen wir das gerne!“

Der Betreuung durch den Staat Österreich und die österreichische Botschaft in Dubai streuen die Helms Rosen: „Wir wurden bestens informiert und durchgehend gut betreut“, sagt Angela Helm. Aber jetzt sind sie einmal froh mit Schwiegertochter und Enkelkindern in Sicherheit zu sein.

Veröffentlicht am 5. März 2026

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