Der Ybbstaler

250.000 € von Privatanlegern für Fisch-Lift


Eisenstraße. Crowdfunding ist die neue Finanzierungsmethode, wenn es darum geht, innovative, aber risiko­behaftete Ideen umzusetzen. Die Wasserkraft-Fischschnecke kann mit Privatinvestoren realisiert werden.
Von der Idee zum verkaufbaren Produkt kann es ein langer und mühsamer Weg sein, der oft schon an der Finanzierung scheitert. So eine erfolgversprechende, aber auch risikobehaftete Idee hatte der Erfinder Walter Albrecht aus St. Anton an der Jeßnitz mit seiner Wasserkraftschnecke, die einerseits Strom erzeugt und andererseits eine moderne Fischaufstiegshilfe darstellt. Bei der Realisierung seiner Idee hat sich Albrecht das Ybbsitzer Industrieunternehmen Seisenbacher mit ins Boot geholt, mit dem er und drei weitere Partner die Firma Hydroconnect GmbH gründeten. Neben echtem Eigenkapital, das die Gesellschafter selbst beisteuerten, wurden weitere 250.000 € Kapital mittels „Crowdfunding“ aufgestellt. Dabei bediente sich Hydroconnect der Internetfirma „Green Rocket“ und deren Crowdfunding-Plattform. Schon nach 37 Tagen
war das gesetzte Limit von 249.900 € erreicht. „Der Vorteil beim Crowd­funding, bei dem private Anleger zwischen 250 € und maximal 10.000 € Anleihen zeichnen konnten, ist, dass man das so erhaltene Geld als Eigenkapital in der Bilanz ausweisen kann“, so Geschäftsführer Paul Edelsegger von der Seisenbacher GmbH.
Diese Art der Finanzierung, die in angloamerikanischen Ländern häufig angewandt wird, ist besonders für Start-up-Unternehmen geeignet, da Banken oftmals das Risiko als zu hoch bewerten und die Basel-Richtlinien eine klassische Finanzierung über den Kreditsektor nicht zulassen. Für den Obmann der Eisenstraße NRAbg. Andreas Hanger ist die Hydroconnect GmbH und deren erfolgreiches Crowdfunding ein Musterbeispiel, das an der Eisenstraße Schule machen sollte. Zur Präsentation des Finanzierungskonzepts von Hydroconnect am Montag, 13. Oktober, im Stammwerk von Seisenbacher in Ybbsitz lud Hanger daher seinen Parlamentskollegen NRAbg. Werner Groiß, einen ausgewiesenen Crowdfunding-Experten, ein, diese neue Finanzierungsform zu erläutern. Groiß stellte dabei klar, dass es sich für einen Anleger um eine risikobehaftete Art der Anlage handelt, die aber den Vorteil bietet, nicht nur über eine Verzinsung zu verdienen, sondern am gesamten Unternehmenserfolg beteiligt zu sein.
Große Erfolgschancen werden dem Jungunternehmen auch deshalb eingeräumt, da ein sehr großer Bedarf an Fischaufstiegshilfen in den kommenden Jahren durch die Wasserrahmenrichtlinie der EU gegeben sein wird. Bei Hydroconnect ist die Produktion mittlerweile im Ybbsitzer Seisenbacher Stammwerk angelaufen und eine erste Bestellung einer Wasserkraftschnecke mit integrierter Fischaufstiegshilfe durch den Verbund ist aktuell in Umsetzung. Nach der Landesausstellung 2015 in Neubruck wird dann das Unternehmen in den dort entstehenden Wirtschaftspark übersiedeln.