Der Ybbstaler

Radweg kommt auf Touren
Ybbstal. Am Montag wurde der Spatenstich für den Ybbstalradweg gesetzt und das Inszenierungskonzept präsentiert.


Der Weg zum Ybbstalradweg war ein steiniger. Nach vielen Hindernissen, zähen Verhandlungen und heißen Diskussionen, die sich vor allem mit den Bahnfreunden der Ybbstalbahn ergaben, die gegen die Demontage der Geleise demonstrierten, war es am Montag, 15. September, endlich so weit: In Lunz wurde der Spatenstich für das 10 Millionen Euro kostende Projekt gesetzt. Der 52 km lange Radweg, der von Lunz bis Waidhofen reicht, soll bis zum Sommer 2016 befahrbar sein.
„Gebaut ist so etwas schnell“, so Radwege-Obmann Martin Ploderer (Bgm. Lunz), „interessant ist, ob man damit auch Menschen anziehen kann.“ Genau darum kümmerten sich in Form eines touristischen Inszenierungskonzeptes die Experten Josef Lueger, Ernst Miglbauer und Anita Eybl, die ihre 200 Seiten umfassenden Ideen und Vorstellungen am Abend desselben Tages präsentierten.
Im Sinne von Balance in einer hektischen Zeit zu finden wurde der Entwurf unter das Motto „Zeit für s’ich“ gestellt. Dies sei, wie mehrere Redner betonten, ein Konzept für Gäste und Einheimische. Neben den Zielgruppen, der Themenfindung und der Angebotsentwicklung waren die Vorschläge für Ausstattungselemente und Anziehungspunkte entlang des Weges das eigentliche Herzstück der Präsentation. Ob Nasch-, Wildbade- und Grillplatz, schmiedeeiserne Garderobenständer, Schienenfahrräder, Stoamandlgärten oder Wetterstadel, es wurde darauf geachtet, dass sich alle Ideen in die Umgebung einfügen und auch Wertschöpfung für die lokalen Betriebe gegeben ist. „Wir brauchen nichts erfinden“, so Josef Lueger, „die ganze Ybbs entlang ist eigentlich alles da – man muss manchmal nur etwas nachhelfen.“ Eines raten die Experten jedenfalls: Da sich die Gemeinden als Einheit präsentieren wollen, sollten die Pläne für die Konzepte aus einer Hand stammen und möglichst rasch mit der Umsetzung begonnen werden.