Der Ybbstaler

Waidhofen erfüllt Flüchtlings-quote klar
Asylproblematik. Flüchtlinge sollen künftig nach einem Verteilungsschlüssel auf Bezirksebene und somit gerechter auf ganz Österreich aufgeteilt werden. Waidhofen erfüllt sein Plansoll bereits jetzt um das Zweieinhalbfache. Österreichweit beherbergen 2/3 der Gemeinden keinen einzigen Flüchtling.

In der Frage der Unterbringung von Flüchtlingen ist Waid­hofen ein echter Musterschüler. Mit 11.306 Einwohnern beträgt der Anteil Waidhofens an der Gesamtbevölkerung Österreichs 0,13 %. Bei einem aktuellen Stand vom 17. Juni 2015 von 39.009 Flüchtlingen, die in der Grundversorgung unterzubringen wären, beträgt das Plansoll Waidhofens 51 Flüchtlinge, denen die Statutarstadt Quartiere zur Verfügung zu stellen hätte. Tatsächlich leben in Waid­hofen aber aktuell 126 Flüchtlinge. Damit ist die geplante Vorgabe eines neuen und gerechteren Verteilungsschlüssels bereits jetzt mit 245 % mehr als erfüllt. Neben den Quartieren in St. Leonhard sind einige Flüchtlinge auch in Privatquartieren untergekommen. „Wir haben das Glück, dass wir eine Heimat haben, wo wir bleiben können. Mir ist es wichtig, dass wir in Krisensituationen nicht die Augen verschließen. Ich bin stolz darauf, dass die Waidhofnerinnen und Waidhofner bereit sind, zu helfen.
Besonders in St. Leonhard kommen viele Menschen unter. Ich möchte den Bewohnern des Ortsteils St. Leonhard Danke sagen, für ihre Akzeptanz, für das Verständnis, auch wenn es bestimmt nicht immer einfach ist.“, so Bgm. Werner Krammer.
Anders sieht die Situation in den Nachbarbezirken Waidhofens aus. Der Bezirk Amstetten mit 113.505 Einwohnern gewährt derzeit 393 Flüchtlingen Unterkunft statt 516 und verfehlt seine Quote um
76 %. Auch Steyr-Land liegt bei der Quotenerfüllung im Minus mit 66 %. Scheibbs erfüllt seine Quote mit minus 39 % ebenfalls nicht.
Auch nach einer anderen Berechnungsart erfüllt Waidhofen seine Aufgabe in Sachen Flüchtlingsaufnahme. Die NÖ Gemeindevertreterverbände von ÖVP und SPÖ verständigten sich vor Kurzem darauf, dass eine Quote von 2 % der Bevölkerungszahl einer Gemeinde als sozial verträglich einzustufen sei. Mit 126 Flüchtlingen, die derzeit in Waidhofen leben, wäre auch diese Quotenvorgabe erfüllt.
Die Ergebnisse des Asylgipfels, zu dem Kanzler Faymann und Innenministerin Mikl-Leitner Anfang dieser Woche geladen hatten und bei dem die Lösung des Unterbringungsproblems auf Bezirksebene vereinbart werden sollte, lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor.